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Auf Fingerdruck: Software hilft Krane falten

Konkret übernimmt das "P-Fold" genannte System nach Aktivierung per Funkfernbedienung die Steuerung der Kranbewegungen bis hin zu einer definierten Position. "Armsystem und Seilwinde werden koordiniert, damit der Kran in die vordefinierte Arbeitsstellung kommt", erklärte Peter Lukas, Manager beim Salzburger Hersteller. Das Zusammenlegen des Krans kann, nachdem die Lkw-Fracht auf- oder abgeladen wurde, aus einer beliebigen Position erfolgen.

Neben dem höheren Bedienkomfort und der Vermeidung von Schäden an Fahrzeug, Ladung und Seil reduziert das für den Staatspreis Innovation nominierte Assistenzsystem die Rüstzeiten des Kranes den Angaben zufolge deutlich. Entwickelt wurde es über eineinhalb Jahre hinweg am F&E-Standort von Palfinger im Salzburger Köstendorf. "P-Fold" wird ergänzt durch die Seilspannvorrichtung RTC (Rope Tension Control). Eine ebenfalls selbst entwickelte Funkfernsteuerung mit Anzeige erleichtert die Bedienung.

Zusammenspiel von Sensoren und Software

Ermöglicht wurde die Entwicklung durch ein Zusammenspiel von Sensoren und Software. "Die Sensorik, die wir schon am Kran haben, verwenden wir auch für P-Fold. Da gibt es Winkelmesssensoren und Längenmesssensoren", sagte Lukas. Winkel messen müsse man beispielsweise, damit die Seilwinde "mitdenkt". "Wenn man den Kranarm auseinander klappt, braucht man natürlich mehr Seil, das heißt, die Seilwinde muss sich abrollen. Beim Zusammenlegen muss sich die Winde wieder aufrollen", erklärte der Manager.

Die Software steuere aufgrund der Sensordaten den Kran. Fix einprogrammiert sei, bis wohin der Zusatzknickarm auseinanderklappt. "Er fährt teilautomatisch hinaus, und wenn das abgeschlossen ist, kann der Kranbediener mit seiner Arbeit loslegen", so Lukas. Der Kranfahrer müsse sich natürlich vorher vergewissern, dass dort nichts im Weg ist. Das System würde jedenfalls nicht Alarm schlagen, falls sich der Kranbediener verschätzt. Allerdings kann er jederzeit eingreifen und den Prozess stoppen.

Vollautomatismus noch Zukunftsmusik

Noch Zukunftsmusik sei eine vollautomatische Be- bzw. Entladung: "Da sind wir gedanklich dran und das wird natürlich auch das Ziel sein. Aber derzeit sprechen noch viele Sicherheitsnormen und -thematiken dagegen", sagte Lukas. Nichtsdestotrotz sei es sinnvoll, dass man gewisse Sequenzen, die sich tagtäglich wiederholen, teilautomatisiert.

Service: APA-Science stellt allwöchentlich jeweils eines der sechs nominierten Unternehmen für den vom Wissenschafts-, Forschungs- und Wirtschaftsministerium vergebenen Staatspreis Innovation vor, der am 29. März von Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner in Wien verliehen wird: http://science.apa.at/kooperation/Staatspreis

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