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Österreich als globaler Innovations-Player

Das ist durchaus als strategischer Vorteil gegenüber vielen Regionen zu verstehen, die zwar schneller innovieren, aber dies auf einer niedrigeren Wissensbasis tun müssen. Das Wissen wird in Universitäten, Fachhochschulen und vielen weiteren Institutionen erarbeitet und erfolgreich gemanagt. Die Unternehmen, die bereits in Österreich arbeiten oder die sich neu hier ansiedeln, profitieren überproportional von den Kooperationsmöglichkeiten und dem damit verbundenen Wissenstransfer.

Die Innovationsregionen sind etwa das Silicon Valley, Israel oder Silicon Savannah in Kenia. Für diese Regionen, die ihre Stärken mehr in der Innovationskraft als in der Wissensbasis entwickelt haben, entsteht die Herausforderung, daß die Prozesse des nachhaltigen Qualitätsmanagements nicht in derselben Geschwindigkeit eingesetzt werden können. Wenn das Entrepreneurship-Mindset allerdings auf eine breite Wissensbasis trifft, steigt nicht nur die Überlebensrate der Startups, es wird gleichzeitig auch das volle Umsetzungspotential des Wissens gehoben und damit eine positive Wissens-Innovations-Spirale in Gang gesetzt.

Verantwortlich für die richtige Relation zwischen Wissen und Innovation sind die Führungspersonen in jenen Institutionen, die das Wissen in sich tragen. Die Prägung der Wissensumsetzung findet in diesen Institutionen dann top-down statt. Das Mindset der Führung erkennt man an der Qualität und Quantität der nach außen getragenen Innovationsprojekte. Nachdem das Mindset eine kulturelle Grundlage abbildet, ist es auch nicht einfach zu ändern. Es ändert sich eher über Generationen als in kurzer Zeit. Hier muß noch einmal betont werden, daß sich das Mindset nicht durch zusätzlich erworbenes Wissen verändern läßt. Die Einstellung hinter dem Wissen ist das wesentliche Element. Aber es gibt dennoch Möglichkeiten, die Entwicklung der eigenen Sozialisierung voranzutreiben.

Eine Möglichkeit besteht in der Konfrontation mit anderen Innovationskulturen, allerdings nicht in Form einer klassischen Delegationsreise, sondern, indem man selbst ein Projekt initiiert und durchführt, in die Region geht und mit den authentisch agierenden Akteuren dort den Umgang mit Innovation erarbeitet. Natürlich muß man die Führungskräfte zunächst erfolgreich mit der Idee infizieren, daß dies ein notwendiger Schritt für die Zukunftsfähigkeit ist. Dazu eignen sich Weiterbildungsprogramme, die in kurzen Sequenzen den Kulturschock mittels einer Reise in die Regionen und durch die interkulturelle Mischung der TeilnehmerInnengruppe das Interesse weckt. Im nächsten Schritt kann dann schon das individuelle Projekt folgen.

Die Zukunftsfähigkeit jeder Region wird davon abhängen, wie flexibel sie auf die permanenten Veränderungen der globalen Innovations-Ökosysteme reagieren kann. Österreich hat perfekte Voraussetzungen, jedes Unternehmen, das sich hier ansiedelt, wird davon profitieren, wenn die Hausaufgaben des interkulturellen Austausches erledigt werden.

Informationen zu den Tätigkeiten des Rats für Forschung und Technologieentwicklung finden Sie hier.

Dr. Ludovit Garzik, MBA

Geschäftsführer Rat für Forschung und Technologieentwicklung
+43-1-7131414-10
l.garzik@rat-fte.at

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