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Fruchtbares Ökosystem

Tatsächlich hat sich die Pharmaindustrie längst zu einer der wichtigsten Branchen des Landes entwickelt: 150 „klassische“ Pharmafirmen sind hier vertreten. Zusammen mit Biotechnologie-Unternehmen und Medizinprodukte-Herstellern arbeiten über 800 Life-Sciences-Firmen mit mehr als 60.000 Mitarbeitern daran, Medikamente und Therapie-Verfahren zu entwickeln, zu produzieren und dorthin zu bringen, wo sie benötigt werden – zu den Patienten.

Eine ganze Reihe von Großinvestitionen hat gezeigt, dass sich die Pharmabranche auch 2017 dynamisch weiterentwickelt hat: So hat Boehringer Ingelheim mit dem Bau einer Produktionsanlage für biologische Arzneimittel begonnen. 500 Beschäftigte sollen zu den derzeit bereits 1.600 Mitarbeitern dazukommen. Die Novartis-Tochter Sandoz hat ebenfalls massiv in ihre Produktionsstandorte im Westen Österreichs investiert – auch hier wurden Anlagen zur Herstellung von Biologika und Biosimilars mit Investitionen im dreistelligen Millionen-Bereich ausgebaut.

Als weitere Beispiele sind neben anderen das verstärkte Engagement von MSD Animal Health, von Merck oder von Sigmapharm zu nennen, die ihre Produktionskapazitäten deutlich ausbauen bzw. den Standort Österreich völlig neu für sich entdeckt haben. Auch durch diese Investitionen werden mehrere hundert neue hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.

Ich frage meine Branchenkollegen bei Meetings und Veranstaltungen gerne, wo sie konkret die Vorzüge des Standorts sehen. Ihre Antworten bestätigen regelmäßig, dass das Land mit einem pharma-freundlichen Ökosystem punktet.

Das bedeutet natürlich nicht, dass Standortentscheidungen quasi automatisch für Österreich ausfallen – Beispiel Shire: Das Unternehmen hat im Vorjahr angekündigt, dass es bestimmte Forschungsbereiche in anderen Ländern fortführen und rund 500 Stellen abbauen wird. Im Gegenzug allerdings soll die konzernweite Gentherapie-Forschung künftig in Österreich stattfinden. Und Österreich bleibt mit 3.500 Mitarbeitern weiterhin der weltweit größte Produktionsstandort des Unternehmens.

Auch mein Kollege Philipp von Lattorff, Generaldirektor des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna, merkte an, im Zuge der Entscheidung für Wien sei ausschlaggebend gewesen, dass hier genauso schnell und zu den gleichen Kosten gebaut werden könne wie anderswo. Dies habe in seinem Konzern für ein noch größeres Engagement in Wien gesprochen – hier in Wien habe einfach alles gepasst.

HR-Manager können auf einen großen Talente-Pool zugreifen, um hochqualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren: Die 60.000 Mitarbeiter von Life-Science- Unternehmen bieten Branchenkenntnis und vor allem Industrie-Erfahrung. Dazu kommen Wissenschaftler und Ärzte, die an international angesehenen Einrichtungen der biologischen Grundlagenforschung (etwa IMP oder IMBA) bzw. an den medizinischen Universitäten in der klinischen Forschung tätig sind. Und nicht zuletzt stellt das österreichische Schulsystem etwa mit Biotech-orientierten Oberstufen- und Fachschulen auch einen Nachschub an technischen Mitarbeitern bereit. Barbara Rangetiner, Landesgeschäftsführerin der Schweizer Octapharma, meint, dass gerade in Wien jene Qualifikationen zu finden seien, die genau zu den technischen und fachlichen Anforderungen der Branche passen würden.

Die Nähe zu Deutschland und zur Schweiz erleichtert das Besetzen selbst hochspezialisierter Positionen. Headhunter berichten, dass Mitarbeiter gerne Aufgaben in österreichischen Pharmafirmen übernehmen. Die Anziehungskraft von Mozart und Apfelstrudel ist für die Branche vielleicht doch nicht ganz unwichtig.

Mehr Informationen zum Pharmastandort Österreich finden Sie unter: http://www.pharmastandort.at

Martin Munte

Präsident der Pharmig / Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs
+43-1-40 60 290-0
office@pharmig.at

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