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Österreich.
Wo Forschung groß geschrieben wird.

Fasching in Österreich

Der Kampf zwischen Licht und Finsternis, der Übergang von Winter zu Frühling – die Wurzeln des Faschings in Österreich liegen weit zurück. In den Tagen um Aschermittwoch werden unzählige Traditionen und uralte Brauchtümer lebendig – sehr zur Freude der Einheimischen und vielen tausend Touristen, die jedes Jahr zum bunten Treiben der Hexen, Dämonen und Teufel nach Tirol, Oberösterreich oder in die Steiermark reisen.

Als Hochburg des Faschings gilt der Westen Österreichs. Hier wird so manch skurriler Brauch gepflegt; man denke zum Beispiel an die Zuderer aus Weißenbach. In dem kleinen Örtchen in Tirol gehen dieser Tage die „Leichenschänder“ um – zum Glück nur symbolisch. In der Faschingszeit wird regelmäßig ein Sarg aus der Erde geholt und mit der Strohpuppe darin ein rauschender „Zudererball“ gefeiert. Das Treiben hat erst ein Ende, wenn der Sarg am Faschingsdienstag wieder in der Erde verschwindet. Sogar zum Unesco-Weltkulturerbe zählt das Schleicherlaufen, das seit 1890 in Tirol stattfindet. Die Besonderheit des Brauchs sind die Schleicherhüte, die bis zu acht Kilo wiegen und von den Männern auf dem Kopf getragen werden. Außerdem haben sie eine schwere Glocke („Schelle“) genannt, dabei. Diese darf bei dem rund elfstündigen Marsch nicht erklingen, weshalb sich der Umzug nur sehr langsam bewegt. Einzige Ausnahme ist der Schleichertanz – bei den Tanzsprüngen dürfen die Glocken erklingen, aber nur im Gleichklang. Zum Weltkulturerbe gehört übrigens auch der Fetzenzug im oberösterreichischen Ebensee. Die Narren tragen hier kunstvolle, oft sehr alte Holzmasken und mit Lumpen und Fetzen verzierte Frauenkleider.

Bei Touristen beliebt ist das Wampelerreiten in Axams. Die Wampler stehen für die Geister des Winters. Sie tragen weiße, mit Stroh ausgestopfte Leinenhemden und gruselige Holzmasken. In einem großen Umzug werden sie in „symbolischen“ Zweikämpfen von den Reitern des Frühlings umgeworfen und vertrieben. Nicht weniger verrückt geht es beim Mullerlauf in den Dörfern rund um Innsbruck zu. Am zweiten Sonntag vor Aschermittwoch ziehen wildmaskierte Gestalten durch die malerischen Ortschaften. Ihre Mission ist das „Abmullen“, ein kräftiger Schlag auf die Schulter. Doch der Schmerz lohnt sich, der Schlag der Mullern sorgt angeblich für Fruchtbarkeit und Potenz.

In der Steiermark gibt es die uralte Tradition des Faschingsrennens. Dabei laufen die Narren in traditionellen Kostümen und mit großem Lärm durch das Krakautal. Schon vor Sonnenaufgang beginnt die symbolische Vertreibung der Wintergeister. An jedem Bauernhof machen die Männer halt und überwinden Hindernisse und lösen Aufgaben. Das Rennen endet erst nach Sonnenuntergang am höchstgelegenen Hof. Geister vertreiben wollen auch die Trommelweiber von Bad Aussee. Am Faschingsmontag ziehen die Männer des Dorfes mit Trommeln und Trompeten durch den Ort. Ein Augenschmaus: Mit Nachthemden und bunten Masken verkleiden sie sich als Frauen.

Noch ansehnlicher wird es am Faschingsdienstag beim traditionellen „Flinslerumzug“. Dann ziehen die Narren mit paillettenbestickten Kostümen und Masken durch die Straßen. Es sind die vielleicht schönsten Kostüme des Landes und der Umzug erinnert ein wenig an das bunte Treiben während des venezianischen Karnevals. Außerdem gibt es für alle kleinen und großen Besucher reichlich Süßigkeiten. Auch im Vorarlberg sind herrlich-verrückte Faschingsbräuche zu beobachten. Beim Feldkircher Fastnachtsumzug ziehen die Menschen in bunten Kostümen durch die Straßen und begrüßen mit lautem Gesang den Frühling. Natürlich wird nicht nur begrüßt, sondern auch verscheucht. In diesem Fall mit Fackeln, die im gesamten Vorarlberg angezündet werden.

Natürlich feiert man auch in den großen Städten Österreichs ausgiebig. Wien wäre nicht Wien, wenn es nicht auch zum Fasching große Tanzbälle gebe. Der eleganteste von allen ist selbstverständlich der traditionsreiche Wiener Opernball, der in der heutigen Form seit mehr als 60 Jahren in der Wiener Staatsoper gegeben wird. Mehr als 5.000 Besucher trinken dort 1.300 Flaschen Sekt und Champagner, 900 Flaschen Wein und 900 Flaschen Bier aus 46.000 Gläsern, die ihnen rund 320 Kellnerinnen und Kellner ausschenken – und rund 150 Debütantenpaare zwischen 17 und 24 dürfen erstmals beim rauschenden Ball im „schönsten Ballsaal der Welt“ teilnehmen. Und ganz wichtig: Wien ist die Hauptstadt des Krapfen-Konsums. Allein am Faschingsdienstag werden hier rund eine Million Stück des leckeren Faschingsgebäcks verkauft. Ursprünglich wurden die Krapfen übrigens an den letzten Tagen vor dem großen Fasten gebacken – als sinnvolle Verwendung von restlichem Fett und Eiern. Beides darf nach christlicher Tradition erst zu Ostern wieder gegessen werden. Gefastet wird in Österreich heute aber nur noch selten, während die süß-klebrige Krapfen-Tradition hat die Jahrhunderte zum Glück überstanden hat.

In Salzburg ist die älteste Faschingsgilde des Landes ansässig. Trotzdem fallen die Feierlichkeiten hier eher modern aus. Nach den bunten Fastnachtsumzügen finden am Faschingsmontag und -dienstag unzählige Partys statt. Traditionelle Holzmasken sieht man dabei nur selten, dafür bevölkern Ritter, Piraten oder Computerspiel-Charaktere die Straßen und Tanzflächen. Ausgiebig wird auch der Villacher Fasching gefeiert. Das Treiben der Kärntner Narren überträgt das ORF sogar landesweit. In der Sendung gibt es viel Musik, Parodien und eine humoristische Jahresabrechnung. Anders als in Tirol oder der Steiermark orientiert man sich hier eher am rheinländischen Karneval, dessen Wurzeln nicht in heidnischen Zeiten, sondern im späten Mittelalter liegen. In dieser Zeit begann die Bevölkerung der Obrigkeit den Narrenspiegel vorzuhalten und so politische und gesellschaftliche Missstände anzuprangern. Nicht die einzige Gemeinsamkeit: Wie das Kölner „Alaaf“ oder das Düsseldorfer „Helau“ haben auch die Narren in Kärnten einen Ausruf – ein lautes „Lei Lei“.

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