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Hidden Champions: Österreichs geheime Weltmarktführer

Sie haben es in ihrer Branche europa- oder weltweit ganz an die Spitze geschafft. Trotzdem sind sie in der breiten Öffentlichkeit so gut wie unbekannt. Die sogenannten Hidden Champions gehen ihren erfolgreichen Weg ohne großes Aufsehen – dafür umso nachhaltiger. Oft technologisch sehr spezialisiert, bieten sie keine populären Markenprodukte an, sondern setzen sich mit ausgereiften Hightech-Komponenten und hoher Produktqualität international durch. Hidden Champions konzentrieren sich auf eng definierte Märkte mit vertiefenden Produkten, die sie weltweit verkaufen.

Branchen-Leader mit internationaler Ausrichtung

Georg Jungwirth, Professor an der FH CAMPUS 02 in Graz, ist Experte auf dem Gebiet der Hidden Champions in Österreich und weiß, was sie ausmacht. An seiner Hochschule läuft seit Jahren ein Forschungsschwerpunkt zu diesem Thema. Jungwirth listet vier Kriterien auf, die laut wissenschaftlicher Definition erfüllt sein müssen, um überhaupt als Hidden Champion zu gelten:

  • Erstens sind diese Unternehmen in ihrer Branche die Nummer 1, 2 oder 3 auf dem Weltmarkt bzw. zumindest die Nummer 1 in Europa.
  • Zweitens sind sie in der Öffentlichkeit kaum bekannt und geschäftlich meist im B2B-Bereich angesiedelt.
  • Drittens müssen sie ihren Firmensitz in Österreich haben
  • Viertens übersteigt ihr jährlicher Umsatz nicht die Grenze von 200 Millionen Euro.

Liegt der Jahresumsatz darüber, so gelten diese Unternehmen als Weltmarktführer – in Österreich zählen etwa Unternehmen wie die Andritz AG, Doppelmayr oder Swarovski zu dieser Kategorie. Rund 65 dieser großen Weltmarktführer gibt es in Österreich, weitere 181 Hidden Champions führt Prof. Jungwirth in seiner Datenbank – Tendenz steigend. In Summe sind es also fast 250 Unternehmen, die entweder die Nummer 1 in Europa oder zumindest die Nummer 3 am Weltmarkt sind. „Das sind für ein kleines Land wie Österreich und im internationalen Vergleich relativ viele Unternehmen", so Jungwirth.

Der Großteil dieser verborgenen Champions ist im Industriegüterbereich tätig (73%). Knapp ein Fünftel ist im Bereich der Konsumgüter angesiedelt und nur 7 Prozent gehören zur Dienstleistungsbranche. Rund zwei Drittel aller Hidden Champions produzieren im Hightech-Bereich und kommen aus drei Branchen: dem Maschinenbau, der metallverarbeitenden Industrie und der Elektroindustrie.

International ausgerichtet

Österreichische Weltmarktführer beschäftigen im Durchschnitt um die 373 MitarbeiterInnen und erzielen einen Jahresumsatz von 56 Millionen Euro. Ein Markenzeichen ist auch ihre hohe Exportquote, die im Schnitt bei 85% liegt. Denn für diese Unternehmen ist meist von Beginn an Internationalisierung ein zentrales Thema. Denn meist ist der Heimatmarkt für das jeweilige Produkt zu klein. Ein Beispiel ist die in Wien ansässige Firma Schiebel, die ein weltweit führender Hersteller von Minensuchgeräten und unbemannten Luftfahrzeugen ist. Der Bedarf nach diesen Produkten ist in Österreich verschwindend klein – der Großteil wird ins Ausland exportiert. Neben Schiebel sind etwa auch Firmen wie Geislinger (Kupplungsspiele), Tupack (Verpackungen) oder Ovotherm (Verpackungen) „Exportkaiser".

Familienstruktur und Werte groß geschrieben

Vielen Hidden Champions ist auch gemeinsam, dass sie familiengeführte Betriebe mit flachen Hierarchien sind. Kultur und Werte der Unternehmerfamilie prägen die Ausrichtung – mit positiven Folgen für die nachhaltige Entwicklung des Firmenwertes. Das stabile Wertesystem hilft den Unternehmen auch über ökonomisch unruhige Zeiten hinweg und gibt Sicherheit und Orientierung. Das schlägt sich wiederum in einer hohen Mitarbeiterzufriedenheit und in langfristig stabilen Kundenbeziehungen nieder.

Viele dieser Unternehmen entscheiden sich bewusst und gezielt für ein „Dasein im Verborgenen". Sie verzichten auf offensive Werbung und suchen nicht den Weg in die Medien – für Geschäfte im B2B Bereich ist das auch meist nicht notwendig. Unternehmensstrategie und –ziele werden oft sehr langfristig und über Generationen ausgerichtet. Die Loyalität der Mitarbeiter mit den Eigentümern – und umgekehrt – ist meist sehr hoch, weiß Experte Jungwirth. Eine geringe Mitarbeiter-Fluktuation zeichnet die Betriebe aus.

Während große Konzerne in Krisenzeiten oft rasch den Personalstand reduzieren, versuchen innovative Mittelständler ihr Personal auch in wirtschaftlich schweren Zeiten häufig zu halten. Das macht sich bezahlt, wenn wieder Wachstumsphasen kommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter dem Unternehmen langfristig treu bleiben, steigt.

Strategie gegen Fachkräftemangel

Aber auch Hidden Champions bleiben nicht vom aktuellen Fachkräfte-Mangel verschont. Um qualifizierte Mitarbeiter zu finden, entscheiden sich viele Hidden Champions zunehmend dazu, etwas mehr ins Licht der Öffentlichkeit zu streben und verstärkt auf Employer Branding zu setzen. Auch Kooperationen mit HTL oder Fachhochschulen und Universitäten werden zunehmend eingegangen, etwa bei Karriereveranstaltungen.

Erfolgsfaktoren Produktqualität und Forschung

Als einen Haupterfolgsfaktor von Hidden Champions sieht Prof. Jungwirth deren hohe Bereitschaft, in Forschung und Entwicklung zu investieren. Im Schnitt geben Hidden Champions zehn Prozent ihres Umsatzes für F&E aus – deutlich mehr als innovative Großunternehmen, weiß der Experte.

Die meisten Hidden Champions verfolgen eine Hochpreisstrategie, für etwa 90 Prozent gilt, dass sie eine überdurchschnittlich hohe Produktqualität aufweisen. Die zentralen Teile der Wertschöpfungskette wollen diese Unternehmen gerne selbst kontrollieren. Dazu werden auch andere Unternehmen oder Mitbewerber übernommen. Ein Outsourcing der Produktion kommt hingegen nur selten vor. Ihre Innovationsbereitschaft zeigt sich auch daran, dass die
Anzahl der Patente pro Hidden Champion im Mittelstand ungleich höher ist als die Patent-Anmeldungen von Großunternehmen. Durchschnittlich verfügt ein Hidden Champion in Österreich über 34 aufrechte Patente.

Als weiterer Erfolgsfaktor gilt, dass sich Hidden Champions schon sehr früh internationalisiert haben. Ungefähr zwei Drittel von ihnen sind sogenannte "Born Globals", die meist unmittelbar nach ihrem Start auf eine internationale Ausrichtung ihrer unternehmerischen Tätigkeit gesetzt haben, da der Heimatmarkt für das eigene Produkt schlichtweg nicht groß genug ist.

Zukunft trifft Tradition

Ein Beispiel für diesen Blick über den Tellerrand ist das erst 2019 gegründete Unternehmen Voltlabor. Dass Batterien in unserer elektromobilen Zukunft eine große Rolle spielen werden, ist unbestritten. Lithium-Ionen-Akkus sind das Herzstück von Elektroautos, sie werden aber etwa auch als Speichersysteme für Solaranlagen in Privatheimen noch stärker zum Einsatz kommen. Voltlabor ist genau in diesem Zukunftsfeld tätig. Gegründet von Johannes Kaar, Edmund Jenner-Braunschmied und Martin Reingruber als Spin-off des oberösterreichischen Maschinenbauunternehmens Nordfels wächst das Unternehmen rasant.

Das vielversprechende Konzept überzeugte auch den oberösterreichischen Industriezulieferer Miba, der sich mit 25,1 Prozent an Voltlabor beteiligte – mit dem Ziel, gemeinsam einen bedeutenden Anbieter für die Entwicklung und Produktion von Batterie-Systemen und gleichzeitig weltweiten Technologieführer aufzubauen. Was Voltlabor unter anderem zum überzeugenden „Hidden Champion" macht: Das Team schaffte etwas, was zuvor für unmöglich gehalten wurde. „Batteriezellen galten als nicht verschweißbar, aber wir haben es doch geschafft", so Johannes Kaar. Das hat zur Folge, dass Unternehmen wie Panasonic, ein wichtiger Partner von Tesla, oder auch die international erfolgreichen Gründer von Kreisel den Newcomern einen Besuch abstatteten. Heute baut Voltlabor Batterien in Serie. „Unsere Anlage hat eine Produktionskapazität im dreistelligen Megawattbereich pro Jahr", sagt CFO Kaar. „Wir wollen die Kapazität der Anlage mittelfristig im Mehrschichtbetrieb mindestens verdoppeln."

Höchst innovativ auf einem völlig anderen Gebiet ist das Wiener Unternehmen Thomastik-Infeld, das seit 100 Jahren Saiten für Streich-, Zupf- oder Weltmusikinstrumente erzeugt. Die High-Tech-Saiten finden auf der ganzen Welt begeisterte Abnehmer. „Eine Musiksaite ist kein Schnürl", sagt dazu Franz Klanner, Head of Engineering. Die Zusammenarbeit von top-ausgebildeten Mitarbeitern und Hochpräzisionsmaschinen macht für ihn das Erfolgsprodukt aus. „Für die Qualitätssicherung sind aber immer die Menschen zuständig", betont Klanner. „Durch progressives Design im Maschinenbau, technische Expertise und präziseste Fingerfertigkeit entsteht bei uns jener Klang, der auf den Bühnen und Straßen der ganzen Welt überzeugt." Entscheidend ist auch der Werkstoff: Neben dem Stahl- oder Kunststoffseil als Basis sind das eine Vielzahl an verschiedenen Umwicklungsmaterialien. 28 unterschiedliche Werkstoffe kommen insgesamt zum Einsatz. Das Unternehmen investiert laufend in Forschung und Entwicklung im Bereich Saitentechnologie und stellt den Anspruch, die hochmodernsten, verlässlichsten und klangfarbenreichsten Saiten der Welt herzustellen.
Zwei Beispiele für viele weitere Hidden Champions, die weltweit überzeugen.

Vom Burgenland bis nach Vorarlberg: Erfolgsplayer ihrer Branche

Quer durch das Land punkten Vorzeigeunternehmen mit Innovation und Verkaufserfolgen auf der ganzen Welt. Eine kleine Auswahl:

  • Isosport Verbundbauteile erzeugt Kunststoff-Verbundmaterialien für die Schi- und Snowboardindustrie.
  • Lumitec stellt innovative LED-Lichtlösungen her.
  • Swarco Futurit Verkehrssignalsysteme produziert Polycarbonat-Ampeln.
  • Greenonetec Solarindustrie baut Kollektoren für solarthermische Anlagen.
  • S.A.M. Kuchler Electronics ist mit Schneidesystemen für Wurst und Käse erfolgreich.
  • Croma-Pharma punktet mit Hyaluronsäurespritzen.
  • FHW Franz Haas Waffelmaschinen GmbH entwickelt und verkauft Waffel- und Keksanlagen.
  • Jungbunzlauer Austria AG ist weltweit führender Hersteller von biologisch abbaubaren natürlichen Inhaltsstoffen.
  • Wewalka ist der weltweit größte familiengeführte Frischteighersteller.
  • Engel Austria spezialisiert sich auf hochwertige Spritzgießmaschinen.
  • Keba AG produziert Paketautomaten für den internationalen Markt.
  • Teufelberger Seil GmbH bietet erfolgreich Boots- und Schiffstaue an.
  • J. Meissl GmbH hat sich mit Schirmen und Schirmbars einen Namen gemacht.
  • Binder+Co AG ist auf Siebtechnik und Glasrecycling spezialisiert.
  • Schaller GmbH reüssiert im Bereich Biomasse- und Altpapier-Feuchtemessung.
  • Egger ist mit Dünnspanplatten erfolgreich.
  • Glockengießer Grassmayr lieferte Glocken bereits in 100 Länder.
  • Bachmann electronic fertigt Windkraftsteuerungen.
  • Julius Blum GmbH stellt Beschläge her.
  • Vienna Symphonic Library zeichnet sich durch virtuelle Orchestermusik aus.
  • Starlinger & Co produziert gewebte Kunststoffsäcke.
 
Lesen Sie hierzu auch den Blogbeitrag über Industrie 4.0 – Österreich als Taktgeber der vierten industriellen Revolution.

Jakob Cencic, MA

+43-1-588 58-38
j.cencic@aba.gv.at

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