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Hilfsmaßnahmen für vom Coronavirus betroffene Unternehmen

  1. Härtefallfonds für EPU und Kleinstbetriebe
    Die Sicherung von Härtefällen besonders bei EPU, Kleinstunternehmen und freien Dienstnehmern durch einen eigenen Fonds.

  2. Sicherung der Zahlungsfähigkeit von Unternehmen durch Kreditgarantien
    Maßnahmen: Überbrückungskredite, Steuerstundungen ohne Mahnzinsen und eine erleichterte Herabsetzung der Steuervorauszahlung

  3. Sicherung der Beschäftigung: Corona-Kurzarbeit
    Sicherung durch ein von den Sozialpartnern ausgearbeitetes neues Modell der Kurzarbeit, das innerhalb von 48 Stunden beantragt werden kann und eine Nettoersatzrate zwischen 80 Prozent und 90 Prozent durch das AMS ermöglicht.

1. Härtefallfonds für EPU und Kleinstbetriebe

Um insbesondere kleinen Unternehmen durch die Krise zu helfen, richtet die Republik Österreich einen Härtefallfonds ein, der mit 2 Mrd. Euro dotiert ist. Die Zahlungen aus dem Härtefallfonds sind ein einmaliger Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss.
 
Die Unterstützung erfolgt in zwei Phasen
 
  • Phase 1: Soforthilfe - Antragstellung seit 27. März 2020 möglich. Sofortige Auszahlung eines pauschalen Zuschusses von
    • 500 Euro bei einem Nettoeinkommen zwischen 5.528 Euro und 6.000 Euro pro Jahr bzw. wenn kein Steuerbescheid vorliegt
    • 1.000 Euro bei einem Nettoeinkommen ab 6.000 Euro pro Jahr
  • Phase 2: Antragstellung ab 20. April 2020 möglich (bis Mitte Dezember 2020)
    • Auszahlungen in Höhe von 80 Prozent des verlorenen Einkommens bis zu 2.000 Euro pro Monat für sechs Monate.
    • "Comeback-Bonus" in der Höhe von maximal EUR 500 pro Monat für sechs Monate.
  • Insgesamt wird ein steuerfreier Zuschuss über den Härtefallfonds von bis zu EUR 15.000 gewährt.

Bezugsberechtigt sind:

  • Ein-Personen-Unternehmer
  • Kleinstunternehmer, die weniger als 10 Mitarbeiter/innen (Vollzeitäquivalente) beschäftigen und deren Jahresumsatz oder Bilanzsumme EUR 2 Mio. nicht überschreiten
  • Neue Selbständige
  • Freie Dienstnehmer
  • Freie Berufe
  • Erwerbstätige Gesellschafter
 
Wichtigste Eckpunkte
 
  • Rechtmäßig selbstständiger Betreiber eines gewerblichen Unternehmens oder eines freien Berufes
  • Sitz oder Betriebsstätte in Österreich
  • Härtefall: Wirtschaftlich signifikante Bedrohung durch COVID-19
    (Nicht mehr in der Lage, die laufenden Kosten zu decken oder behördlich angeordnetes Betretungsverbot oder Umsatzeinbruch von mind. 50 % zum Vergleichsmonat des Vorjahres).
  • Phase 1:
    Unternehmensgründung bis zum 31.12.2019
    (Zeitpunkt: Eintragung der Gewerbeberechtigung oder Aufnahme unternehmerische Tätigkeit).
  • Phase 2:
    -    Eine Mindestförderhöhe von EUR 500 pro Monat für alle Anspruchs-berechtigten wird eingeführt. Das gilt auch für Jungunternehmer/innen, die nach dem 1. Jänner 2018 gegründet haben.
    -    NEU: Der Betrachtungszeitraum wird bis Mitte Dezember 2020 verlängert (bisher 15. September 2020). Innerhalb dieser neun Monate können sechs beliebige Monate flexibel für die Beantragung gewählt werden, diese müssen nicht aufeinander folgen.
    - NEU: Ein „Comeback-Bonus" von EUR 500 pro Monat wird ausgezahlt (insgesamt maximal EUR 3.000 für sechs Monate).
    Die Mindestauszahlung pro Monat beträgt damit EUR 1.000 inkl. „Comeback-Bonus" (EUR 6.000 für sechs Monate), maximal ist eine Förderung über den Härtefallfonds von bis zu 15.000 Euro möglich (abhängig vom Umsatzausfall).
    -    Es gelten keine Einkommenshöchstgrenzen oder Einkommensuntergrenzen.
    -    Mehrfachversicherung und Nebeneinkünfte stellen kein Ausschlusskriterium dar.

     

Antragsstellung

  • Die Beantragung ist ausschließlich online über ein Antragsformular bei der Wirtschaftskammer Österreich möglich.
  • Anträge können im Zeitraum von Mitte März bis Mitte Dezember 2020 monatlich gestellt werden.
  • Rasche und unbürokratische Auszahlung der Förderbeträge nach positiver Rückmeldung zur Antragsstellung.

Antrag Härtefallfonds WKO
Härtefallfonds Phase 2

2. Sicherung der Zahlungsfähigkeit von Unternehmen

2.1 Corona-Hilfsfonds

Um Liquiditätsengpässe von Unternehmen zu überbrücken und die wirtschaftlichen Schäden der Corona-Krise auszugleichen, wurde der mit 15 Mrd. Euro dotierte Corona-Hilfsfonds geschaffen.

Im Fokus stehen Unternehmen (KMU und Großunternehmen), die in Folge der Corona-Krise mit großen Umsatzeinbußen und der Gefährdung ihrer Geschäftsgrundlage konfrontiert sind, und Branchen, die durch Maßnahmen wie Betretungsverbote, Reisebeschränkungen und Versammlungsbeschränkungen besonders betroffen sind.

Der Corona-Hilfsfonds verfügt über zwei Instrumente:

  • Staatliche Garantien für Kredite
  • Nicht rückzahlbare Zuschüsse

Kreditgarantie der Republik Österreich

Voraussetzungen

Der Standort und die Geschäftstätigkeit des Kreditnehmers müssen in Österreich sein und es muss ein Liquiditätsbedarf für den heimischen Standort bestehen.

Umfang und Höhe

Für Kredite gibt es Bundesgarantien in Höhe von 90 % des Kreditvolumens. Die Obergrenze dafür sind maximal 3 Monatsumsätze oder höchstens 120 Mio. Euro (diese kann nur in begründeten Ausnahmefällen erhöht werden).

Es kommt ein Kreditzinssatz von höchstens 1 % zur Anwendung. Zusätzlich werden Garantieentgelte entsprechend dem EU-beihilferechtlichen Rahmen zwischen 0,25 und 2% verrechnet (abhängig von Größe des Unternehmens und Laufzeit der Garantie).

Die Laufzeit beträgt maximal 5 Jahre und kann um bis zu 5 Jahre verlängert werden.

 

Antragstellung und Ausstellung der Garantie

Single-Point of Contact ist die Hausbank. Je nach Unternehmen wird der Antrag an die Austria Wirtschaftsservice (für KMU), Österreichische Hotel- und Tourismusbank (für Tourismusunternehmen) oder Oesterreichische Kontrollbank (für Großunternehmen) weitergeleitet.

Über diese drei Förderstellen werden von der COFAG (Covid-19 Finanzierungsagentur) Kreditgarantien für von Banken an Unternehmen vergebene Kredite ausgestellt. Von der COFAG werden von der Kreditsumme 90% garantiert.

Antragstellung ist ab 8. April 2020 möglich. Von der Einreichung bis zur Genehmigung werden vollständige Anträge innerhalb von 7 Werktagen abgewickelt. Erste Auszahlungen sollen daher bereits ab 15. April 2020 erfolgen können.

Zuschüsse zur Deckung von Fixkosten

Zusätzlich zu Garantien werden aus dem Corona-Hilfsfonds Zuschüsse zur Deckung
von Fixkosten für Unternehmen gewährt, die aufgrund der Corona-Krise schwerwiegende Liquiditätsengpässe und Umsatzausfälle haben.

Die Förderung ist ein steuerfreier, nicht rückzahlbarer Zuschuss zur Deckung von Fixkosten.

Voraussetzungen:

  •  Gefördert werden Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Österreich, die eine operative Tätigkeit in Österreich ausüben.
  • Ausgenommen sind Unternehmen, die zum 31. Dezember 2019 mehr als 250 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt haben und Unternehmen im Finanz- und Versicherungsbereich.
  • Unternehmen dürfen sich per 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten befunden haben (gemäß EU-Beihilfenrecht).
  • Die Unternehmen müssen zumutbare Maßnahmen setzen, um die Fixkosten zu reduzieren und die Arbeitsplätze in Österreich zu erhalten.

Fixkosten sind unter anderem Geschäftsraummieten und Pacht, Zinsaufwendungen für Kredite und Darlehen, Aufwendungen für Strom, Gas und Telekommunikation, betriebliche Versicherungsprämien, Finanzierungskostenanteil der Leasingraten, betriebliche Lizenzgebühren und sonstige vertragliche betriebsnotwendige Zahlungsverpflichtungen, Wertverlust bei verderblicher bzw. saisonaler Ware, die infolge der Krise mindestens 50 % des Wertes verliert.

Fixkostenzuschuss - Phase 1:

Anspruchsberechtigt sind alle Unternehmen, die durch die Corona-Krise im Zeitraum von 16. März 2020 bis 15. September 2020 Umsatzausfälle von mindestens 40 % haben. Der Fixkostenzuschuss kann für bis zu 3 zusammenhängende Monate geltend gemacht werden.

Umfang und Höhe des Zuschusses:

Der Fixkostenzuschuss ist nach Höhe des Umsatzausfalles gestaffelt und pro Unternehmen mit maximal EUR 90 Mio. begrenzt:

Umsatzausfall Fixkostenzuschuss:

  • 40 - 60 % 25 % Ersatzleistung (max. EUR 30 Mio.)
  • 60 - 80 % 50 % Ersatzleistung (max. EUR 60 Mio.)
  • 80 - 100 % 75 % Ersatzleistung (max. EUR 90 Mio.)

Antragstellung und Auszahlung des Zuschusses:

Der Antrag auf Gewährung des Fixkostenzuschusses kann direkt über den FinanzOnline-Zugang jedes Unternehmens gestellt werden.
Nach der Erstellung eines Gutachtens in Form einer Plausibilitätsprüfung, das nicht länger als fünf Werktage dauert, werden die Anträge an die auszahlende Stelle (COFAG) übermittelt.
Die Auszahlung des Fixkostenzuschusses erfolgt in drei Tranchen:
Mit dem Antrag für die 1. Tranche (Antragstellung ab 20. Mai 2020) wird
bis zu 50 % der Förderung ausbezahlt, mit der Beantragung der 2. Tranche
(ab 19. August 2020) kann um die Auszahlung von weiteren 25 % der Förderung angesucht werden. Für den Rest der Förderung können Anträge ab 19. November 2020 gestellt werden.

Fixkostenzuschuss - Phase 2 (ab 16. September 2020): 

Verlängerung um weitere 6 Monate

Zur Erhaltung der Zahlungsfähigkeit und Überbrückung von Liquiditätsschwierigkeiten von Unternehmen im Zusammenhang mit der Ausbreitung von COVID-19 werden für die Gewährung von Zuschüssen zur Deckung von Fixkosten in den Phasen 1 und 2 nunmehr bis zu EUR 12 Milliarden (bisher EUR 8 Milliarden) zur Verfügung gestellt.

Neue Fördervoraussetzungen in Phase 2:

  • Die Dauer der Periode, für die der Zuschuss beantragt werden kann (Betrachtungszeitraum), wurde auf 9 Monate (Zeitraum von 16. Juni 2020 bis 15. März 2021) verlängert.
  • Die Zuschüsse werden für bis zu sechs zusammenhängende Monate im Betrachtungszeitraum gewährt.
  • In der zweiten Phase kann der Fixkostenzuschuss bereits ab einem Umsatzausfall von 30 % beantragt werden (bisher 40 %).
  • Der Fixkostenzuschuss berechnet sich linear und nicht mehr in Stufen. Beispielsweise werden bei 100 % Umsatzausfall die Fixkosten zu 100 % ersetzt.
  • Ausweitung der Definition der förderbaren Fixkosten um die Absetzung für Abnutzung (AfA) und fiktive Abschreibungen für bewegliche Wirtschaftsgüter. Leasingraten werden zur Gänze übernommen.
  • AfA und Leasingraten können auch rückwirkend für den Betrachtungs-zeitraum des Fixkostenzuschusses der ersten Phase angesetzt werden.
  • Der Fixkostenzuschuss ist pro Unternehmen mit jeweils max. EUR 5 Mio. begrenzt, die Untergrenze liegt bei EUR 500.
  • Neu ist auch eine Pauschalierungsmöglichkeit:
    Bei einem Jahresumsatz von unter EUR 100.000 im letzten Steuerjahr können pauschal 30 % des Umsatzausfalls als Fixkosten angesetzt werden

Beantragung und Auszahlung:

Der Antrag auf Gewährung des Fixkostenzuschusses für Phase 2 wird - wie für Phase 1 - über FinanzOnline gestellt.

Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt in 2 Tranchen:

  • die erste Tranche kann frühestens ab 16. September 2020 beantragt werden und umfasst 50 % des voraussichtlich auszubezahlenden Betrages,
  • für die zweite Tranche können die Anträge ab 16. Dezember 2020 gestellt werden.

Die Antragstellung ist bis 31. August 2021 möglich.

www.bmf.gv.at/public/informationen/fixkostenzuschuss

www.bmf.gv.at/presse/pressemeldungen/2020/august/fixkostenzuschuss-verlaengerung

2.2 Überbrückungsgarantien

Ziel ist Erleichterung der Finanzierung von Betriebsmittelkrediten von Unternehmen, deren Umsatz- und Ertragsentwicklung durch Auftrags-, Lieferungsausfälle oder sonstige Marktänderungen aufgrund der Corona-Krise beeinträchtigt ist.

Zuständige Förderstellen:

aws:
-> für EPU und KMU (gewerblich und industriell)
-> für Großunternehmen (mit einem Finanzierungsbedarf von bis zu EUR 0,5 Mio.)
-> für KMU der Tourismus- und Freizeitwirtschaft (Garantien für Kredite über EUR 4,4 Mio.)

ÖHT:
-> für KMU der Tourismus- und Freizeitwirtschaft (Garantien für Kredite bis zu EUR 4,4 Mio.)

OeKB:
-> für Großunternehmen (mit einem Finanzierungsbedarf von über EUR 0,5 Mio.)
-> für Exportunternehmen

aws (Austria Wirtschaftservice)

Finanzierung von laufenden Kosten (z.B. Wareneinkäufe, Personalkosten, Versicherungen/ Leasingraten, Miete, Kreditstundungen) zur Sicherung der Liquidität des Unternehmens.

Die Antragstellung erfolgt über die Hausbank online im aws Fördermanager.
Im Schnellverfahren (in der Regel binnen 24 Stunden, bei Garantien über EUR 20 Mio. innerhalb von 48 Stunden) wird die Genehmigung durch die aws abgewickelt.

AWS Überbrückungsgarantie

Überbrückungsgarantien für EPU und KMU:

Variante 1:

  • Garantiequote: 100 %
  • Kredithöhe: bis zu EUR 500.000 (auch in Teilbeträgen nutzbar)
  • Garantielaufzeit: max. 5 Jahre
  • tilgungsfrei bis 1.1.2021
  • Zinssatz: 0 % fix p.a.
  • aws Garantieentgelt: fällt keines an
  • Unternehmen in Schwierigkeiten lt. EU-Definition sind nicht garantiefähig (Garantie kann nur dann gewährt werden, wenn sich das Unternehmen am 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden hat und erst danach aufgrund der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten ist.)

Variante 2:

  • Garantiequote: 90 %
  • Kredithöhe: bis zu EUR 27,7 Mio. (aws Garantieobligo EUR 25 Mio.)
  • Garantielaufzeit: max. 5 Jahre
  • Zinssatzobergrenze: 1 % fix p.a.
  • aws Garantieentgelt: 0,25 % - 1 %
  • kein Unternehmen in Schwierigkeiten lt. EU-Definition (siehe oben)

Variante 3:

  • Garantiequote: 80 %
  • Kredithöhe: bis EUR 1,5 Mio.
  • Garantielaufzeit: max. 5 Jahre
  • Zinssatzobergrenze: keine
  • aws Garantieentgelt: keines
  • Voraussetzung: entsprechender De-minimis-Rahmen muss verfügbar sein

Überbrückungsgarantien für Großunternehmen:

  • Garantiequote: 100 %
  • Kredithöhe: bis zu EUR 500.000 (auch in Teilbeträgen nutzbar)
  • max. 5 Jahre Laufzeit
  • tilgungsfrei bis 1.1.2021
  • Zinssatz: 0 % fix p.a.
  • kein aws Garantieentgelt
  • aws Genehmigung im Schnellverfahren
  • kein Unternehmen in Schwierigkeiten lt. EU-Definition (siehe oben)

Finanzierungsansuchen von großen Unternehmen mit einem Finanzierungs-bedarf von über EUR 500.000,-- können bei der OeKB beantragt werden.

ÖHT (Österreichische Hotel- und Tourismusbank)

Die ÖHT hat, gemeinsam mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus, ein Corona-Maßnahmenpaket geschnürt, um die Liquidität von KMU der Tourismus- und Freizeitwirtschaft trotz Umsatzrückgängen aufrecht zu erhalten, bestehende Arbeitsplätze zu sichern, Insolvenzen zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Betriebe ihre operative Geschäftstätigkeit aufrechterhalten können.

Dieses besteht aus der Besicherung von Überbrückungsfinanzierungen der Hausbanken mit Haftungen der ÖHT und der Kostenübernahme der einmaligen Bearbeitungsgebühr und der Haftungsprovision. Die Antragstellung erfolgt über das Online-Portal der ÖHT bei der Hausbank.

ÖHT Maßnahmenpaket Tourismus

COVID-19 100 %-Garantie:

  • Überbrückungskredit bis EUR 500.000
  • Haftungsquote: 100 %
  • Zinssatz Obergrenze Hausbank: 0 % fix (1. und 2. Jahr)
  • Laufzeit: 5 Jahre
  • Haftungstatbestand: Zahlungsverzug
  • kein Unternehmen in Schwierigkeiten lt. EU-Definition
    (Garantie kann nur dann gewährt werden, wenn sich das Unternehmen am 31.12.2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten befunden hat und erst danach aufgrund der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten ist.)

COVID-19 90%-Garantie:

  • Überbrückungskredit bis EUR 4,4 Millionen
  • Haftungsquote: 90 %
  • Zinssatz Obergrenze Hausbank: 1 % fix
  • Laufzeit: 5 Jahre
  • Haftungstatbestand: Insolvenz
  • kein Unternehmen in Schwierigkeiten lt. EU-Definition (siehe oben)

COVID-19 80%-Garantie (BMLRT I):

  • Überbrückungskredit bis EUR 500.000
  • Haftungsquote: 80 %
  • Garantierter Zinssatz: max. 2 %
  • Laufzeit: 3 Jahre
  • Haftungstatbestand: Insolvenz
  • Unternehmen in Schwierigkeiten lt. EU-Definition (siehe oben)
  • Zinsen- und Kapitalkostenzuschüsse: sind als Anschlussförderungen in den Bundesländern Wien, Burgenland, Oberösterreich, Salzburg, Steiermark und Tirol möglich. Kein zusätzlicher Antrag notwendig.

COVID-19 80%-Garantie (BMLRT II):

  • Überbrückungskredit EUR 500.000 – EUR 1,5 Mio.
  • Haftungsquote: 80 %
  • Garantierter Zinssatz: max. 2 %
  • Laufzeit: 5 Jahre
  • Haftungsbestand: Insolvenz
  • Unternehmen in Schwierigkeiten lt. EU-Definition (siehe oben)

Garantien für Kredite über EUR 4,4 Mio. für KMU der Tourismus- und Freizeit- wirtschaft werden von der aws (Austria Wirtschaftsservice) angeboten.

OeKB (Oesterreichische Kontrollbank)

Überbrückungsgarantien für Großunternehmen:
Die OeKB unterstützt im Rahmen österreichische Großunternehmen (mehr als 250 Mitarbeiter und ein Jahresumsatz von mehr als EUR 50 Millionen oder eine Bilanzsumme von über EUR 43 Millionen) mit Liquiditätsschwierigkeiten, die durch die Corona-Krise entstanden sind, mit Überbrückungsgarantien, unabhängig davon ob sie exportieren oder bisher schon Kunde der OeKB sind.

Finanzierungsansuchen von großen Unternehmen über EUR 500.000 können bei der OeKB beantragt werden. Großunternehmen mit einem kleineren Finanzierungsbedarf von bis zu EUR 500.000 werden von der aws unterstützt.

Die staatliche Haftung, die die OeKB im Auftrag der COFAG (Covid-19 Finanzierungs-agentur des Bundes) in diesem Zusammenhang abwickelt, beträgt 90 Prozent der beantragten Finanzierungssumme.

  • Kredithöhe: orientiert sich am tatsächlichen Liquiditätsbedarf, gedeckelt mit
    - dem Zweifachen der jährlichen Lohnsumme des Unternehmens oder
    - 25 % des Jahresumsatzes oder
    - EUR 120 Mio.
  • Garantiequote: 90 % der beantragten Finanzierungssumme
  • Zinssatzobergrenze: max. 1 %
  • Laufzeit: 5 Jahre
  • kein Unternehmen in Schwierigkeiten lt. EU-Definition

Tourismusunternehmen:
Wenn ein Tourismusunternehmen gemäß EU-Definition ein Großunternehmen ist, wickelt die OeKB die Überbrückungsgarantie ab. Überbrückungsgarantien für Tourismusunternehmen, die als KMU gelten, werden von der Österreichischen Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) abgewickelt.

Antragstellung:
Die Kreditanträge können von der Hausbank über das Online-Tool der OeKB "Exportgarantien Online" eingereicht werden.

Login OeKB
Corona Hilfsfonds FAQ

Überbrückungsgarantien für Exportunternehmen:
Exportunternehmen können einen Kreditrahmen in Höhe von 10 Prozent (Groß- unternehmen) bzw. 15 Prozent (Klein- und Mittelunternehmen) ihres Exportumsatzes über ihre Hausbank bei der OeKB beantragen.

  • Kredithöhe bis max. EUR 60 Millionen pro Unternehmen
  • Haftungsquote des Bundes: 50 - 70 %
  • Voraussetzung: bestehende Exporttätigkeit
  • kein Unternehmen in Schwierigkeiten lt. EU-Definition

COVID-19 Hilfe

 

2.3 Steuerliche Sonderregelungen betreffend Coronavirus

Maßnahmen des Bundesministeriums für Finanzen:

  • Herabsetzung der Einkommen- oder Körperschaftsteuer- vorauszahlungen für 2020 (bis auf 0 Euro)
    Ergibt sich auf Grund dieser Herabsetzung bei der Veranlagung für 2020 eine Nachforderung, werden Anspruchszinsen (Nachforderungszinsen) nicht erhoben. Die Herabsetzung der Einkommen-/Körperschaftsteuervorauszahlung für das Jahr 2020 kann bis zum 31. Oktober 2020 gestellt werden.
  • Zahlungserleichterungen (Stundung oder Ratenzahlung)
    Stundungen, die nach dem 15. März 2020 aufgrund von Covid-Betroffenheit bewilligt wurden und am 1. Oktober 2020 auslaufen, werden automatisch bis 15. Jänner 2021 verlängert (in diesem Zeitraum werden keine Stundungszinsen festgesetzt). In diese Verlängerung werden auch alle Abgaben einbezogen, die bis zum 25. September 2020 auf dem Abgabenkonto verbucht wurden.
    Alternativ zur Stundung kann ab sofort bis zum Ende der Stundungsfrist (längstens bis 1. Oktober 2020) ein Antrag auf eine begünstigte Ratenzahlung gestellt werden.
  • Beantragung von Säumniszuschlägen
    Für Abgaben mit Fälligkeit zwischen dem 15. März 2020 und 31. Oktober 2020 werden keine Säumniszuschläge festzusetzen.
  • Fristerstreckung für die Abgabe von Jahressteuererklärungen für 2019
    bis 31. August 2020
  • Nichtfestsetzung von Verspätungszuschlägen
    Zinsen für nicht fristgerecht abgegebene Erklärungen werden bis 31. August 2020 nicht verhängt

Die Antragstellung erfolgt mittels Formular an corona@bmf.gv.at oder über den FinanzOnline Zugang.

WKO: Sonderregelung Coronavirus
BMF: Steuerliche Sonderregelungen betreffend Coronavirus
Antrag

2.4. Sozialversicherungsbeiträge und Zuschüsse

Stundung der Beiträge, Ratenzahlung der Beiträge, Herabsetzen der Beitragsgrundlage und Nachsicht von Verzugszinsen, Aussetzen von Exekutionsanträgen und Insolvenzanträgen sind möglich.

Österreichische Gesundheitskasse: Informationen zum Coronavirus
SVS-Sozialversicherung der Selbständigen: SVS-Infoseite

3. Sicherung der Beschäftigung: Corona-Kurzarbeit

Für das Corona-Kurzarbeit-Modell wird ein Topf von 12 Milliarden Euro für österreichische Unternehmen bereitgestellt. Die neue Corona-Kurzarbeit ist eine erleichterte, besonders attraktive Form der Kurzarbeit. Sie sichert die Liquidität der Unternehmen und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter/innen – unabhängig von der jeweiligen Unternehmensgröße und Branche.

Um die Mitarbeiter/innen weiter in Beschäftigung zu halten, werden die Regelungen für Kurzarbeit unbürokratisch neu gestaltet: Der Zugang der Kurzarbeit wird auch für jene Betriebe erleichtert, die dieses Instrument bisher nicht genutzt haben. Auch wird die Vorlaufzeit bei der Beantragung der Kurzarbeit auf 48 Stunden verkürzt - bisher waren dafür mehr als sechs Wochen notwendig.

In Kurzarbeit wird im gesamten Durchrechnungszeitraum die Arbeitszeit und somit das Entgelt um maximal 90 Prozent reduziert. Dabei können aber auch Zeiträume mit einer Wochenarbeitszeit von 0 Stunden vereinbart werden.

Der Arbeitgeber erhält vom AMS (Arbeitsmarktservice) eine Beihilfe, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Die Beihilfe deckt den Großteil der Mehrkosten, die durch die Nettogarantie anfallen.

Mindesteinkommen Kurzarbeit

Die Kurzarbeitsbeihilfe des AMS bemisst sich am Nettoentgelt des Arbeitnehmers vor Kurzarbeit und garantiert ein Mindesteinkommen:

  • Bis zu 1.700 Euro Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 90 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.
  • Bis zu 2.685 Euro Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 85 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.
  • Ab 2.686 Euro Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 80 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.
  • Für Einkommen bis zur Höchstbeitragsgrundlage ersetzt das AMS dem Arbeitgeber die Mehrkosten, die sich im Vergleich zur tatsächlichen Arbeitszeit ergeben, nicht jedoch für den Einkommensteil darüber.

Der Antrag auf Kurzarbeitsbeihilfe kann rückwirkend ab dem 01. März 2020 gestellt werden. Die Corona-Kurzarbeit kann vorerst für bis zu 3 Monate abgeschlossen werden. Bei Bedarf ist eine Verlängerung um weitere 3 Monate möglich.

Corona-Kurzarbeit NEU ab 1. Oktober 2020 (Phase 3):

Die im März 2020 vereinbarte Corona-Kurzarbeit hat Arbeitsplätze gesichert und damit den Wirtschaftsmotor am Laufen gehalten. Das neue Verlängerungsmodell Kurzarbeit, das von den Sozialpartnern verhandelt wurde, schafft Planbarkeit, Rechtssicherheit und maximale Unterstützung für alle weiterhin stark betroffenen Unternehmen und ihre Beschäftigten.

Die Eckpunkte im Überblick:

  • Verlängerung der Kurzarbeit um weitere sechs Monate ab 1. Oktober 2020
    Die derzeit geltende Corona-Kurzarbeit wird bis 30. September 2020 für alle Betriebe fortgeführt. Danach wird die Corona-Kurzarbeit für weitere sechs Monate von 1. Oktober 2020 bis 31. März 2021 verlängert.
    Eine Verlängerung um weitere sechs Monate ab 1. April 2021 wird aufgrund der besonderen Betroffenheit in bestimmten Branchen notwendig sein und soll zeitgerecht eingeleitet werden.

  • Arbeitszeit kann zwischen 30 % und 80 % betragen
    Die Arbeitszeit kann in Phase 3 bis auf 30 % reduziert werden und darf maximal 80 % der bisherigen Normalarbeitszeit betragen. Der Durchrechnungszeitraum beträgt sechs Monate. Eine Unterschreitung der Arbeitszeit unter 30 % kann in Sonderfällen mittels Genehmigung der Sozialpartner umgesetzt werden.

  • Nettoersatzrate von 80/85/90 % für die Beschäftigten bleibt aufrecht
    Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer erhalten weiterhin 80, 85 oder 90 % des Nettoentgelts vor der Kurzarbeit. Lohn-/Gehaltserhöhungen (z.B. Kollektivvertrags-Anpassungen, Biennalsprünge) werden bei der Vergütung der Kurzarbeit berücksichtigt.

  • Behaltepflicht für Dienstgeber beträgt weiterhin ein Monat nach Ende der Kurzarbeit

  • Alle Mehrkosten werden den Unternehmen wie bisher ersetzt
    Die Arbeitgeberin/der Arbeitgeber zahlt die anteiligen Kosten für die anfallende Arbeit (Arbeitsentgelt). Die Kosten für entfallende Arbeitsstunden inkl. aller Lohnnebenkosten und Krankenstände werden wie bisher vom AMS voll vergütet.

  • Standardisiertes Verfahren zur Überprüfung der wirtschaftlichen Betroffenheit
    Das Genehmigungsverfahren bleibt beim unbürokratischen verkürzten Verfahren. Für Phase 3 neu eingeführt wird, dass im Rahmen der Verlängerung der Kurzarbeit eine Prognoserechnung des Unternehmens unter Berücksichtigung der geplanten wirtschaftlichen Entwicklung des Unternehmens der Sozialpartnervereinbarung beizulegen ist und durch einen Dritten bestätigt werden soll.

  • Weiterbildungsbereitschaft während der Kurzarbeit
    Für Arbeitnehmende besteht während der Nicht-Arbeitszeit eine verpflichtende Weiterbildungsbereitschaft. Die Nicht-Arbeitszeit umfasst die vom AMS durch die Kurzarbeitsbeihilfe vergütete Ausfallszeit. Die Weiterbildung wird vom AMS gemeinsam mit dem Unternehmen durchgeführt. Sofern ein Arbeitsbedarf durch das Unternehmen vorliegt und die Weiterbildungsmaßnahmen dadurch unterbrochen werden, können diese innerhalb von 18 Monaten nachgeholt werden.

  • Sicherstellung der Lehrlingsausbildung während Kurzarbeit
    Die ordnungsgemäße Ausbildung von Lehrlingen wird auch für jene Unternehmen sichergestellt, die sich lange in Kurzarbeit befinden.

Die Sozialpartnervereinbarungen und detaillierte Informationen zum neuen Kurzarbeitsmodell werden noch ausgearbeitet und sind in Kürze verfügbar sein.

 

Details

Claudia Reisner

Info-Management
+43-1-588 58-251
c.reisner@aba.gv.at

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