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Hilfsmaßnahmen für vom Coronavirus betroffene Unternehmen

  1. Härtefallfonds für EPU und Kleinstbetriebe
    Die Sicherung von Härtefällen besonders bei EPU, Kleinstunternehmen und freien Dienstnehmern durch einen eigenen Fonds.

  2. Sicherung der Zahlungsfähigkeit von Unternehmen durch Kreditgarantien
    Maßnahmen: Überbrückungskredite, Steuerstundungen ohne Mahnzinsen und eine erleichterte Herabsetzung der Steuervorauszahlung

  3. Sicherung der Beschäftigung: Corona-Kurzarbeit
    Sicherung durch ein von den Sozialpartnern ausgearbeitetes neues Modell der Kurzarbeit, das innerhalb von 48 Stunden beantragt werden kann und eine Nettoersatzrate zwischen 80 Prozent und 90 Prozent durch das AMS ermöglicht.

1. Härtefallfonds für EPU und Kleinstbetriebe

Um insbesondere kleinen Unternehmen durch die Krise zu helfen, richtet die Republik Österreich einen Härtefallfonds ein, der mit 2 Mrd. Euro dotiert ist. Die Zahlungen aus dem Härtefallfonds sind ein einmaliger Zuschuss, der nicht zurückgezahlt werden muss.
 
Die Unterstützung erfolgt in zwei Phasen
 
  • Phase 1: Soforthilfe - Antragstellung seit 27. März 2020 möglich. Sofortige Auszahlung eines pauschalen Zuschusses von
    • 500 Euro bei einem Nettoeinkommen zwischen 5.528 Euro und 6.000 Euro pro Jahr bzw. wenn kein Steuerbescheid vorliegt
    • 1.000 Euro bei einem Nettoeinkommen ab 6.000 Euro pro Jahr
  • Phase 2: Antragstellung ab 20. April 2020 möglich (bis Mitte Dezember 2020)
    • Auszahlungen in Höhe von 80 Prozent des verlorenen Einkommens bis zu 2.000 Euro pro Monat für sechs Monate.
    • "Comeback-Bonus" in der Höhe von maximal EUR 500 pro Monat für sechs Monate.
  • Insgesamt wird ein steuerfreier Zuschuss über den Härtefallfonds von bis zu EUR 15.000 gewährt.

Bezugsberechtigt sind:

  • Ein-Personen-Unternehmer
  • Kleinstunternehmer, die weniger als 10 Mitarbeiter/innen (Vollzeitäquivalente) beschäftigen und deren Jahresumsatz oder Bilanzsumme EUR 2 Mio. nicht überschreiten
  • Neue Selbständige
  • Freie Dienstnehmer
  • Freie Berufe
  • Erwerbstätige Gesellschafter
 
Wichtigste Eckpunkte
 
  • Rechtmäßig selbstständiger Betreiber eines gewerblichen Unternehmens oder eines freien Berufes
  • Sitz oder Betriebsstätte in Österreich
  • Härtefall: Wirtschaftlich signifikante Bedrohung durch COVID-19
    (Nicht mehr in der Lage, die laufenden Kosten zu decken oder behördlich angeordnetes Betretungsverbot oder Umsatzeinbruch von mind. 50 % zum Vergleichsmonat des Vorjahres).
  • Phase 1:
    Unternehmensgründung bis zum 31.12.2019
    (Zeitpunkt: Eintragung der Gewerbeberechtigung oder Aufnahme unternehmerische Tätigkeit).
  • Phase 2:
    -    Eine Mindestförderhöhe von EUR 500 pro Monat für alle Anspruchs-berechtigten wird eingeführt. Das gilt auch für Jungunternehmer/innen, die nach dem 1. Jänner 2018 gegründet haben.
    -    NEU: Der Betrachtungszeitraum wird bis Mitte Dezember 2020 verlängert (bisher 15. September 2020). Innerhalb dieser neun Monate können sechs beliebige Monate flexibel für die Beantragung gewählt werden, diese müssen nicht aufeinander folgen.
    - NEU: Ein „Comeback-Bonus" von EUR 500 pro Monat wird ausgezahlt (insgesamt maximal EUR 3.000 für sechs Monate).
    Die Mindestauszahlung pro Monat beträgt damit EUR 1.000 inkl. „Comeback-Bonus" (EUR 6.000 für sechs Monate), maximal ist eine Förderung über den Härtefallfonds von bis zu 15.000 Euro möglich (abhängig vom Umsatzausfall).
    -    Es gelten keine Einkommenshöchstgrenzen oder Einkommensuntergrenzen.
    -    Mehrfachversicherung und Nebeneinkünfte stellen kein Ausschlusskriterium dar.

     

Antragsstellung

  • Die Beantragung ist ausschließlich online über ein Antragsformular bei der Wirtschaftskammer Österreich möglich.
  • Anträge können im Zeitraum von Mitte März bis Mitte Dezember 2020 monatlich gestellt werden.
  • Rasche und unbürokratische Auszahlung der Förderbeträge nach positiver Rückmeldung zur Antragsstellung.

Antrag Härtefallfonds WKO
Härtefallfonds Phase 2

2. Sicherung der Zahlungsfähigkeit von Unternehmen

2.1 Corona-Hilfsfonds

Um Liquiditätsengpässe von Unternehmen zu überbrücken und die wirtschaftlichen Schäden der Corona-Krise auszugleichen, wurde der mit 15 Mrd. Euro dotierte Corona-Hilfsfonds geschaffen.

Im Fokus stehen Unternehmen (KMU und Großunternehmen), die in Folge der Corona-Krise mit großen Umsatzeinbußen und der Gefährdung ihrer Geschäftsgrundlage konfrontiert sind, und Branchen, die durch Maßnahmen wie Betretungsverbote, Reisebeschränkungen und Versammlungsbeschränkungen besonders betroffen sind.

Der Corona-Hilfsfonds verfügt über zwei Instrumente:

  • Staatliche Garantien für Kredite
  • Nicht rückzahlbare Zuschüsse

Kreditgarantie der Republik Österreich

Umfang und Höhe

Für Kredite gibt es Bundesgarantien in Höhe von 90 % des Kreditvolumens. Die Obergrenze dafür sind maximal 3 Monatsumsätze oder höchstens 120 Mio. Euro (diese kann nur in begründeten Ausnahmefällen erhöht werden).

Es kommt ein Kreditzinssatz von höchstens 1 % zur Anwendung. Zusätzlich werden Garantieentgelte entsprechend dem EU-beihilferechtlichen Rahmen zwischen 0,25 und 2% verrechnet (abhängig von Größe des Unternehmens und Laufzeit der Garantie).

Die Laufzeit beträgt maximal 5 Jahre und kann um bis zu 5 Jahre verlängert werden.

Voraussetzungen

Der Standort und die Geschäftstätigkeit des Kreditnehmers müssen in Österreich sein und es muss ein Liquiditätsbedarf für den heimischen Standort bestehen.

Antragstellung und Ausstellung der Garantie

Single-Point of Contact ist die Hausbank. Je nach Unternehmen wird der Antrag an die Austria Wirtschaftsservice (für KMU), Österreichische Hotel- und Tourismusbank (für Tourismusunternehmen) oder Oesterreichische Kontrollbank (für Großunternehmen) weitergeleitet.

Über diese drei Förderstellen werden von der COFAG (Covid-19 Finanzierungsagentur) Kreditgarantien für von Banken an Unternehmen vergebene Kredite ausgestellt. Von der COFAG werden von der Kreditsumme 90% garantiert.

Antragstellung ist ab 8. April 2020 möglich. Von der Einreichung bis zur Genehmigung werden vollständige Anträge innerhalb von 7 Werktagen abgewickelt. Erste Auszahlungen sollen daher bereits ab 15. April 2020 erfolgen können.

Zuschüsse zur Deckung von Fixkosten

Zusätzlich zu Garantien können von der Corona-Krise besonders betroffene Unternehmen einen Fixkostenzuschuss beantragen (u.a. für Geschäftsraummieten, Versicherungsprämien, Zinsaufwendungen, betriebsnotwendige, vertragliche Zahlungsverpflichtungen wie Leasingraten, Lizenzkosten, Zahlungen für Strom, Gas, Telekommunikation, sowie Aufwendungen für verderbliche bzw. saisonale Waren, deren Wert infolge der Krise um mindestens 50 % gesunken ist).

Umfang und Höhe des Zuschusses

Der steuerfreie und nicht rückzahlbare Bundeszuschuss ist gestaffelt und abhängig vom Umsatzentgang des Unternehmens im Zeitraum der Corona-Krise (zwischen 15.03.2020 bis zu ihrem Ende):

  • 40 - 60 % Ausfall: 25 % Ersatzleistung
  • 60 - 80 % Ausfall: 50 % Ersatzleistung
  • 80 - 100 % Ausfall: 75 % Ersatzleistung

Der Fixkostenzuschuss ist pro Unternehmen mit maximal 90 Mio. Euro beschränkt.

Voraussetzungen

  • Der Standort und die Geschäftstätigkeit müssen in Österreich sein und die Fixkosten in Österreich operativ angefallen sein.
  • Das Unternehmen erleidet im Jahr 2020 während der Corona-Krise einen Umsatzverlust von zumindest 40 %, der durch die Ausbreitung von COVID-19 verursacht ist.
  • Unternehmen müssen sämtliche zumutbare Maßnahmen setzen, um die Fixkosten zu reduzieren und die Arbeitsplätze in Österreich zu erhalten.
  • Ausgenommen sind Unternehmen, die mehr als 250 Mitarbeiter zum 31.12.2019 beschäftigt haben und Unternehmen im Finanz- und Versicherungsbereich.

Antragstellung und Auszahlung der Zuschüsse

Der Antrag auf Gewährung des Fixkostenzuschusses kann direkt über den FinanzOnline-Zugang jedes Unternehmens gestellt werden. Nach der Erstellung eines Gutachtens in Form einer Plausibilitätsprüfung, das nicht länger als fünf Werktage dauert, werden die Anträge an die auszahlende Stelle (COFAG) übermittelt.
Die Auszahlung des Fixkostenzuschusses erfolgt in drei Tranchen. Die Beantragung des ersten Drittels ist ab 20. Mai 2020 möglich. Das zweite Drittel kann ab 19. August und der Rest ab 19. November 2020 beantragt werden. Unternehmen, die keine saisonalen Waren haben, können bereits ab 19. August die restlichen 2/3 beantragen.

2.2 Überbrückungsgarantien

Unterstützt werden Unternehmen, die aufgrund der Corona-Krise über keine oder nicht ausreichende Liquidität zur Finanzierung des laufenden Betriebes verfügen bzw. deren Umsatz- und Ertragsentwicklung durch Auftragsausfälle oder Marktänderungen beeinträchtigt ist.

Förderstellen:

  • aws: für EPU/KMU (gewerblich und industriell), Garantiehöhe bis EUR 25 Millionen
  • ÖHT: für KMU der Tourismus- und Freizeitwirtschaft, Kreditbetrag bis EUR 1,5 Millionen
  • OeKB: für Großunternehmen und Exportunternehmen

aws: Überbrückungsfinanzierung für EPU/KMU

Die unmittelbar umgesetzten Maßnahmen beinhalten eine 100% Garantiequote für Kredite bis EUR 500.000 und eine 90%ige Garantiequote für Kreditbeträge, die darüber hinaus gehen.
Förderfähige laufende Kosten sind z. B. Wareneinkäufe, Miete, Personalkosten, Versicherungen/Leasingraten, Kreditstundungen.

Kredite bis EUR 500.000 (Kreditbetrag ist auch in Teilbeträgen nutzbar)

  • Garantiequote: 100 %
  • Garantielaufzeit: 5 Jahre (mit einer verpflichtenden tilgungsfreien Zeit bis 1.1.2021)
  • Zinssatz: 0 % fix p.a.
  • aws Genehmigung: im Regelfall innerhalb 24 Stunden
  • aws Garantieentgelt: fällt keines an
  • kein Unternehmen in Schwierigkeiten lt. EU-Definition

(Garantie kann gewährt werden, wenn sich das Unternehmen am 31.12.2019 nicht in Schwierigkeiten befunden hat und erst danach aufgrund der Corona-Krise in Schwierigkeiten geraten ist.)

Kredite bis EUR 27,7 Mio. (aws Garantieobligo max. EUR 25 Mio.)

  • Garantiequote: 90 %
  • Garantielaufzeit: 5 Jahre
  • Zinssatzobergrenze: 1 % fix p.a.
  • aws Genehmigung: im Regelfall innerhalb 24 Stunden, für Kredite von über EUR 20 Mio. innerhalb von durchschnittlich 48 Stunden
  • aws Garantieentgelt: 0,25 % - 1 %
  • kein Unternehmen in Schwierigkeiten lt. EU-Definition (siehe oben)

Kredite bis EUR 1,5 Mio.

  • Garantiequote: 80 %
  • Garantielaufzeit: 5 Jahre
  • Zinssatzobergrenze: variabel
  • aws Genehmigung: innerhalb 24 Stunden
  • aws Garantieentgelt: keines

Nach Freigabe der Richtlinien durch die Europäische Union können Anträge für Überbrückungsgarantien für die Übernahme von 100 %igen und 90 %igen Garantien ab 20. April 2020 von der aws im Schnellverfahren genehmigt werden.

Antragstellungen erfolgen online über den aws Fördermanager bei der Hausbank.

AWS Fördermanager
AWS Überbruckungsgarantie

ÖHT: Maßnahmenpaket zur Unterstützung von Tourismusbetrieben

Die Österreichische Hotel- und Tourismusbank (ÖHT) hat das Corona-Maßnahmenpaket für Unternehmen der Tourismus- und Freizeitwirtschaft gemeinsam mit dem Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus erweitert und neue Fördermodelle entwickelt, um die Liquidität von betroffenen Unternehmen im Tourismus trotz Umsatzrückgängen aufrecht zu erhalten und bestehende Arbeitsplätze zu sichern.

Corona-Maßnahmenpaket BMLRT I:

  • Überbrückungskredit bis EUR 500.000
  • Haftungsquote: 80 %
  • Garantierter Zinssatz: max. 2 %
  • Laufzeit: 3 Jahre
  • Haftungstatbestand: Insolvenz

Corona-Maßnahmenpaket BMLRT II:

  • Überbrückungskredit EUR 500.000 – EUR 1,5 Mio.
  • Haftungsquote:80 %
  • Garantierter Zinssatz: max. 2 %
  • Laufzeit: 5 Jahre
  • Haftungsbestand: Insolvenz

Corona-COFAG 100%-Garantie (aus dem Corona-Hilfsfonds)

  • Überbrückungskredit bis EUR 500.000
  • Haftungsquote: 100 %
  • Zinssatz Obergrenze Hausbank: 0 % fix (1. und 2. Jahr)
  • Laufzeit: 5 Jahre
  • Haftungstatbestand: Zahlungsverzug

Corona-COFAG 90%-Garantie (aus dem Corona-Hilfsfonds)

  • Überbrückungskredit bis EUR 1,5 Mio.
  • Haftungsquote: 90 %
  • Zinssatz Obergrenze Hausbank: 1 % fix
  • Laufzeit: 5 Jahre
  • Haftungstatbestand: Zahlungsverzug

Die Antragstellung erfolgt über das Online-Portal der ÖHT bei der Hausbank.

ÖHT: Maßnahmenpaket für den Tourismus

OeKB: Überbrückungsgarantien für Großunternehmen und Exportunternehmen

Großunternehmen:

Die OeKB unterstützt österreichische Großunternehmen (mehr als 250 Mitarbeiter und ein Jahresumsatz von mehr als EUR 50 Millionen oder eine Bilanzsumme von über EUR 43 Millionen) mit Liquiditätsschwierigkeiten, die durch die Corona-Krise entstanden sind, mit Überbrückungsgarantien.

  • Kredithöhe orientiert sich am tatsächlichen Liquiditätsbedarf und ist in der Höhe des Zweifachen der jährlichen Lohnsumme des Unternehmens oder 25 Prozent des Jahresumsatzes gedeckelt.
  • Alternativ: Kredithöhe bis zu EUR 120 Mio.
  • Haftungsquote: 90 %
  • Laufzeit: 5 Jahre

Antragsstellung: über das Online-Tool der OeKB "Exportgarantien Online" direkt an die jeweilige Hausbank.

ÖKB: Corona Hilfsfonds

Exportunternehmen:

Exportunternehmen können einen Kreditrahmen in Höhe von 10 Prozent (Großunternehmen) bzw. 15 Prozent (Klein- und Mittelunternehmen) ihres Exportumsatzes über ihre Hausbank
bei der OeKB beantragen.

  • Kredithöhe bis max. EUR 60 Millionen pro Unternehmen
  • Haftungsquote des Bundes: 50 % - 70 %
  • Voraussetzung: bestehende Exporttätigkeit

Anträge können über die jeweilige Hausbank des Exporteurs eingereicht werden.

ÖKB: Corona Hilfe

2.3 Steuerliche Sonderregelungen betreffend Coronavirus

Maßnahmen des Bundesministeriums für Finanzen:

  • Herabsetzung der Einkommen- oder Körperschaftsteuer- vorauszahlungen für 2020 (bis auf 0 Euro)
  • Nichtfestsetzung der Einkommen- oder Körperschaftsteuer-vorauszahlungen für 2020
  • Zahlungserleichterungen (Stundung oder Ratenzahlung): Der Zeitpunkt der Entrichtung von Abgaben kann bis 30.09 2020 hinausgeschoben werden (Stundung) oder es kann die Entrichtung in Raten bis 30.09.2020 beantragt werden.
  • Abstandnahme von der Festsetzung von Nachforderungszinsen
  • Beantragung von Säumniszuschlägen

Die Antragstellung erfolgt mittels Formular an corona@bmf.gv.at oder über den FinanzOnline Zugang.

WKO: Sonderregelung Coronavirus
BMF: Steuerliche Sonderregelungen betreffend Coronavirus
Antrag

 

2.4. Sozialversicherungsbeiträge und Zuschüsse

Stundung der Beiträge, Ratenzahlung der Beiträge, Herabsetzen der Beitragsgrundlage und Nachsicht von Verzugszinsen, Aussetzen von Exekutionsanträgen und Insolvenzanträgen sind möglich.

Österreichische Gesundheitskasse: Informationen zum Coronavirus
SVS-Sozialversicherung der Selbständigen: SVS-Infoseite

 

3. Sicherung der Beschäftigung: Corona-Kurzarbeit

Für das Corona-Kurzarbeit-Modell wird ein Topf von 12 Milliarden Euro für österreichische Unternehmen bereitgestellt. Die neue Corona-Kurzarbeit ist eine erleichterte, besonders attraktive Form der Kurzarbeit. Sie sichert die Liquidität der Unternehmen und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter/innen – unabhängig von der jeweiligen Unternehmensgröße und Branche.

Um die Mitarbeiter/innen weiter in Beschäftigung zu halten, werden die Regelungen für Kurzarbeit unbürokratisch neu gestaltet: Der Zugang der Kurzarbeit wird auch für jene Betriebe erleichtert, die dieses Instrument bisher nicht genutzt haben. Auch wird die Vorlaufzeit bei der Beantragung der Kurzarbeit auf 48 Stunden verkürzt - bisher waren dafür mehr als sechs Wochen notwendig.

In Kurzarbeit wird im gesamten Durchrechnungszeitraum die Arbeitszeit und somit das Entgelt um maximal 90 Prozent reduziert. Dabei können aber auch Zeiträume mit einer Wochenarbeitszeit von 0 Stunden vereinbart werden.

Der Arbeitgeber erhält vom AMS (Arbeitsmarktservice) eine Beihilfe, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind. Die Beihilfe deckt den Großteil der Mehrkosten, die durch die Nettogarantie anfallen.

Mindesteinkommen Kurzarbeit

Die Kurzarbeitsbeihilfe des AMS bemisst sich am Nettoentgelt des Arbeitnehmers vor Kurzarbeit und garantiert ein Mindesteinkommen:

  • Bis zu 1.700 Euro Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 90 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.
  • Bis zu 2.685 Euro Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 85 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.
  • Ab 2.686 Euro Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 80 Prozent des bisherigen Nettoentgelts.
  • Für Einkommen bis zur Höchstbeitragsgrundlage ersetzt das AMS dem Arbeitgeber die Mehrkosten, die sich im Vergleich zur tatsächlichen Arbeitszeit ergeben, nicht jedoch für den Einkommensteil darüber.

Der Antrag auf Kurzarbeitsbeihilfe kann rückwirkend ab dem 01. März 2020 gestellt werden. Die Corona-Kurzarbeit kann vorerst für bis zu 3 Monate abgeschlossen werden. Bei Bedarf ist eine Verlängerung um weitere 3 Monate möglich.

Details

Claudia Reisner

Info-Management
+43-1-588 58-251
c.reisner@aba.gv.at

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