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Wo Forschung groß geschrieben wird.

Wien soll zur Drehscheibe für Komplexitätsforschung werden

Für die Etablierung der Plattform seien fünf Partner an Bord, die "substanzielle finanzielle Zusagen gemacht haben", sagte der wissenschaftliche Geschäftsführer des Austrian Institute of Technology (AIT), Wolfgang Knoll. Neben dem AIT sind das die Technischen Universitäten Wien und Graz, die Medizinische Universität Wien und das Internationale Institut für angewandte Systemanalyse (IIASA) in Laxenburg bei Wien. Erste Aktivität des "Hub" war ein internationales Symposium zum Thema "Komplexität verstehen - Lösungen für die Probleme des 21. Jahrhunderts" mit führenden Komplexitätsforschern am 9. und 10. Februar in Wien.

Der Physiker Stephen Hawkings hat die Komplexitätsforschung als "die Wissenschaft des 21. Jahrhunderts" bezeichnet. In komplexen Systemen wie den Finanz-, Gesundheits- oder Energiesystemen, politischen oder sozialen Systeme kann schon eine falsche Entscheidung, eine Fehlfunktion oder der Ausfall eines einzelnen Teils gravierende Auswirkungen haben. Um solche Vorgänge zu verstehen und Gefahren zu vermeiden, werden diese komplexen Systeme zunehmend erforscht. Dabei geht es darum, Verbindungen und Netzwerke zu entdecken und zu verstehen.

Mathematische Methoden im Zentrum

Im Zentrum der Komplexitätsforschung stehen mathematische Methoden und die riesigen Datenmengen ("Big Data"), die heute in allen Bereichen vorliegen. Computersimulationen erlauben dann komplexe Vorgänge nachzubilden, unbegrenzt zu wiederholen, die Auswirkungen von Veränderungen und Interventionen zu testen und unerwartete Phänomene vorzeitig zu entdecken.

Das in den vergangenen 25 Jahren vor allem theoretische Wissenschaftsgebiet entwickle sich "mit der Verfügbarkeit von Big Data zu einer experimentellen Wissenschaft", sagte Stefan Thurner, der an der Med-Uni Wien einen Lehrstuhl für Komplexitätsforschung inne hat. Dies helfe zunehmend "den Mensch weit besser zu verstehen" und Fragen zu stellen, die bisher noch nie gefragt worden seien.

Das zeigte sich auch bei der Tagung in Wien: So setzt etwa Singapur bei der strategischen Zukunftsplanung auf Komplexitätsforschung, um Unsicherheit zu reduzieren und unliebsame Überraschungen zu vermeiden, wie Peter Ho, Berater des Centre for Strategic Future des Stadtstaats, erklärte. Albert Laszlo Barabasi vom Center of Complex Networks Research der Northeastern University untersucht u.a. wie entscheidend die Position in einem Netzwerk für den Erfolg eines einzelnen Akteurs ist, der Anthropologe Stephen Lansing von der Nanyang Technological University in Singapur erforscht das komplexe, aber perfekte Wassermanagement von Tempelpriestern auf Bali.

Plattform für Wissenschaftler

Man habe für den "Complexity Science Hub Vienna" "sehr weit gediehene Vorstellungen", sagte Knoll. Es soll eine Plattform für Kommunikation für die mit dem Thema befassten Wissenschafter werden, die auch gemeinsame Forschungsarbeiten und die Einwerbung von Projektmitteln erlaubt. Zudem soll die Initiative ein Knoten in dem internationalen Netzwerk von Komplexitätsforschungs-Instituten werden. Das Zentrum solle aber nicht nur geografisch, sondern auch gegenüber unterschiedlichen Zugängen und Disziplinen offen sein, betonte Nowotny.

Konkrete Zahlen, wie hoch das benötigte Budget ist, nannten die Beteiligten nicht. Angestrebt werde eine "stabile finanzielle Situation ab Anfang 2016 für fünf Jahre", sagte Knoll. Die Struktur der Plattform soll schlank sein, favorisiert werde das Modell eines Vereins. Der "Complexity Science Hub Vienna" soll aber eigene Räumlichkeiten erhalten, Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) habe hier Unterstützung der Stadt zugesichert, sagte Nowotny. Beschäftigt werden sollen vor allem PhD-Studenten und Post-Docs. Vorstellbar seien auch Professuren, die teilweise an Unis und der Plattform verankert sind, sowie Gastwissenschafter.

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