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Klimawandel: Stärkere Beachtung des Hochgebirgsklimas nötig

Im Hochgebirge geht der Klimawandel viel schneller voran, als in tieferen Regionen. Dafür hat eine internationale Forschergruppe neue Anhaltspunkte in den Rocky Mountains, den asiatischen Bergregionen und den Alpen gefunden und mahnt mehr wissenschaftliche Beachtung des Hochgebirgsklimas ein. Wolfgang Schöner von der Uni Graz hat dazu am Observatorium am Sonnblick Untersuchungen durchgeführt.

Die internationalen Forscher der "Elevation-Dependent Warming" - Working Group kommen zum Schluss, dass die Szenarien der globalen Erwärmung regionale Besonderheiten zu wenig berücksichtigen. So steige u.a. in der gesamten Alpenregion die Durchschnittstemperatur etwa doppelt so rasch an, wie im weltweiten Mittel. Im Hochgebirge sei dieser Effekt jedoch noch deutlicher auszumachen, wie die Forschergruppe unter der Schirmherrschaft der Mountain Research Initiative in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins "Nature Climate Change" festhielt.

Allerdings sei die Zahl entsprechender Observatorien in diesen Höhenlagen gering und es bestehe die Gefahr, dass einige Regionen, die sich zurzeit am stärksten erwärmen, gar nicht beobachtet werden: "Bei vielen hochgelegenen Regionen über 4.000 Meter Seehöhe gibt es noch immer schwere Messlücken", schreiben die Autoren der Publikation "Elevation Dependent Warming in Mountain Regions of the Words". Und das, obwohl regionale Änderungen in den Hochgebirgsregionen Konsequenzen mit sich ziehen können, die weit über die spezifische Gebirgsregion hinausgehen, so die Forscher.

Untersuchungen am Observatorium Sonnblick

Wolfgang Schöner vom Institut für Geografie und Raumforschung der Uni Graz ist einer der Autoren, teilte die Uni Graz mit. Er erhebt und analysiert am Observatorium Sonnblick in den Hohen Tauern seit Jahren die Parameter, die für Klimaveränderungsprozesse verantwortlich sein können. Von keinem Punkt der Erde über 3.000 Metern Seehöhe besitzt die Wissenschaft längere ununterbrochene Klimareihen: Sie gehen bis in die späten 1880er-Jahre zurück. Schönerer kann sich der internationalen Expertenmeinung anschließen, dass globale Klimamodelle den Blick für regionale Phänomene verschleiern und gab dazu ein Beispiel: "Übers Jahr gesehen hat sich der alpine Raum nur geringfügig erwärmt. Allerdings verzeichnen wir im Frühjahr einen signifikanten Temperaturanstieg, der durch eine gegenteilige Entwicklung im Sommer wieder ausgeglichen wird".

Solche Phänomene hätten durchaus Auswirkungen: Die früher eintretende Schneeschmelze beeinflusse den Wasserkreislauf, das Fehlen des Schnees und der Rückgang der Gletscher feuere den Temperaturanstieg zusätzlich an. Denn schwindende Schneeflächen verringern den Anteil der Sonnenstrahlung, der wieder ins All reflektiert wird, wodurch der Effekt der Klimakühlung geringer werde, schilderte Schöner.

"Die meisten aktuellen Vorhersagen basieren auf unvollständigen und suboptimalen Daten. Stimmen unsere neuen Annahmen, hat das gravierende soziale und wirtschaftliche Konsequenzen und wir müssen uns auf wesentlich dramatischer Veränderungen einstellen, als bisher angenommen", betonte Hauptautor Nick Pepin von der englischen Universität Portsmouth. Die Verschiebung der Schneeschmelze könnte u.a. in Asien zu längeren Trockenzeiten führen, was erhebliche überregionale Auswirkungen hätte. Am deutlichsten manifestiere sich die Klimaveränderung jedoch zurzeit am Tibetanischen Plateau: Dort sei in einer Seehöhe über 4.000 Meter in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Temperatur um beinahe 75 Prozent stärker angestiegen, als in Regionen unter 2.000 Meter.

Service: "Pepin, Bradley, Diaz et al.: "Elevation-Dependent Warming in Mountain Regions of the World", Nature Climate Change, April 2015

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