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Österreich.
Wo Forschung groß geschrieben wird.

Grazer "Virtual Vehicle" und AVL List starten vertiefte Partnerschaft

Mithilfe von modernsten Modellierungs- und Simulationsmethoden will das "Virtual Vehicle Competence Center" (ViF) in Graz die Fahrzeugentwicklung zeitlich beschleunigen und wirtschaftlicher machen. Für die vom ViF entwickelte Co-Simulationsplattform ICOS, die virtuelle Simulationen und reale Systeme der Fahrzeugentwicklung zusammenführt, übernimmt nun die AVL List GmbH den weltweiten Vertrieb.

Wie kürzlich vom ViF im Grazer Pressegespräch präsentiert wurde, sind der weltweit tätige Grazer Motorenentwickler und Prüftechnikspezialist AVL List GmbH und das Grazer Kompetenzzentrum eine Forschungs- und Entwicklungspartnerschaft zur Weiterentwicklung, Industrialisierung und den weltweiten Vertrieb einer Technologie eingegangen, die virtuelle und reale Fahrzeugkomponenten am Gesamtfahrzeug in Echtzeit testen soll. "Wenn das Real-time-Geschehen am Prüfstand mit den virtuellen Simulationen vernetzt wird, dann führt das zu einem wesentlich schnelleren Entwicklungsprozess", erklärte AVL-Chef Helmut List.

Wachsende Anforderungen

Der stetig steigenden Komplexität, mit der die Automobilbranche heutzutage konfrontiert sei, müsse "mit Integration, Konnektivität und Durchgängigkeit" begegnet werden, betonte Wolfgang Puntigam, Leiter der "Integrated Open Development Plattform", in deren Rahmen das System vertrieben werden soll. ICOS sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung, hielt Puntigam fest. In Forschungsprojekten mit Partnern wie BMW oder Porsche werde die Software bereits eingesetzt, ab Mitte des Jahres soll sie sukzessive weltweit ausgerollt werden, sagte Puntigam. Die Forschungs- und Entwicklungspartnerschaft wurde vorerst auf fünf Jahre abgeschlossen, über die finanziellen Hintergründe wurden keine Angaben gemacht.

Das Forschungszentrum "Virtual Vehicle" mit Sitz in der Grazer Inffeldgasse wurde im Jahr 2002 gegründet und beschäftigt mittlerweile laut eigenen Angaben 203 Mitarbeiter. Wesentliche Elemente der Forschung und Entwicklung sind die Verknüpfung von numerischer Simulation und experimenteller Absicherung sowie eine umfassende Systemsimulation bis hin zum Gesamtfahrzeug.

Laut Firmenangaben arbeiten aktuell an die 150 Industriepartner (u. a. Audi, AVL, BMW, Magna Steyr Fahrzeugtechnik, Robert Bosch, Siemens, Volkswagen) und weltweit 30 Forschungsinstitute eng mit dem Grazer Kompetenzzentrum zusammen.

Im Geschäftsjahr 2013 wurde ein Umsatz von 21,3 Mio. Euro erzielt. Der Non-K-Bereich (Auftragsforschung und geförderte Projekte) erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr Erlöse von 5,58 Mio. Euro (2013: 4,45 Mio. Euro). Der aktuelle Auftragsbestand liege bei 29 Mio. Euro, über weitere 31 Mio. Euro befinde man sich noch in Verhandlungen, schilderte Hermann Stefan, wissenschaftlicher Leiter des ViF. Das K2-Projektbudget für die Jahre 2013 bis 2017 beträgt 69,5 Mio. Euro.

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