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Oncotyrol an Krebsforschungsprojekt beteiligt

Der PAP-Test, bei dem Zellen vom Muttermund entnommen und mikroskopisch untersucht werden, gehört zur Standard-Krebsvorsorge bei Frauen. Britische Wissenschafter hätten kürzlich entdeckt, dass molekulare Veränderungen in Gebärmutterschleimhaut-Zellen auch zur Risikoabschätzung anderer Krebsarten dienen können. Die Zellen des regulären PAP-Abstrichs könnten somit verwendet werden, um einen Risiko-Test für alle vier Krebsarten zu entwickeln.

Auswirkungen von Umwelt, Hormonen und Lifestyle

Die Wissenschafter würden im Rahmen des Forschungsprojekts aber nicht nur angeborene genetische Risikofaktoren ins Visier nehmen, sondern auch nach Folgen von Umwelt, Hormonen und Lifestyle-Faktoren suchen. Diese könnten nämlich die Aktivität von Genen verändern, sie zum Beispiel an- oder abschalten, und so das Krebsrisiko beeinflussen. Beispielsweise würden auch Infektionen mit Bakterien und Viren wie dem Humanen Papillomavirus erfasst. Bisher sei nicht bekannt, wie all diese Einflüsse gemeinsam das Risiko für die vier frauenspezifischen Krebsarten beeinflussen. Diese Frage will FORECEE klären, hieß es.

"Bei Screening und Vorsorge-Programmen geht es immer auch darum, unnötige Maßnahmen zu vermeiden. Überdiagnose und -behandlung können zu gesundheitlichen Schäden führen und verbrauchen Ressourcen, die anderswo sinnvoller eingesetzt werden könnten", erklärte Uwe Siebert vom Krebsforschungszentrum Oncotyrol. Aufgabe von Oncotyrol wird es sein, die Langzeit-Auswirkungen eines derart umfassenden Krebsrisiko-Screenings abzuschätzen. Dazu soll das Krebsforschungszentrum entscheidungsanalytische Computermodelle entwickeln. Anhand dieser Modelle würden sich die vier Krebsarten simulieren lassen. Dadurch solle sich dann abschätzen lassen, wie sich verschiedene Testverfahren auf bestimmte Patientengruppen auswirken.

Ausstieg des Landes zeichnet sich ab

Das Land Tirol ist über die Landeskrankenhausgesellschaft Tilak, die Standortagentur, die Privatuniversität des Landes UMIT und das Kompetenzzentrum Cemit am Krebsforschungszentrum Oncotyrol mit 65,1 Prozent beteiligt. Die "Tiroler Tageszeitung" berichtete, dass sich nun aber ein Ausstieg des Landes abzeichnet. Daher sei Oncotyrol in Deutschland bereits auf Partnersuche. Das Land habe das 2008 gegründete Krebsforschungszentrum bisher mit rund zwölf Millionen Euro gefördert. Die Standortagentur werde die Ausstiegsphase jetzt noch eine Millionen Euro zuschießen.

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