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Wiener Studie: Protein zeigt Gehirnblutung an

Die Ergebnisse der Beobachtungsstudie bei Personen über 65 und bei Erwachsenen unter Blutverdünnungs-Therapie nach kleineren Unfällen sind im "Journal of Neurosurgery" erschienen. Die Evaluierung des Proteins S100B bei der Diagnose von Verdachtsfällen auf Gehirnblutungen bei Patienten (unter Blutverdünnungs-Therapie; Anm.) nach kleineren Kopfverletzungen oder bei Patienten im Alter über 65 Jahren nach solchen Unfällen wurde von den Unfallchirurgen Wolfgang Thaler und Jochen Schmidsfeld durchgeführt.

Insgesamt wurden die Daten von 782 Patienten analysiert, die nach kleineren Unfällen in eine der beiden Kliniken eingeliefert worden waren. "Leichte Kopfverletzungen sind bei Patienten über 65 Jahren häufig. Sie sind oft das Resultat von Stürzen wegen Gleichgewichtsstörungen. Obwohl Blutungen im Schädel bei leichten Kopfverletzungen an sich selten sind, sind sie besonders Besorgnis erregend bei Patienten unter Blutverdünnungs-Therapie", schrieb das wissenschaftliche Journal.

Um eine solche Blutung auszuschließen werden regelmäßig CT-Untersuchungen durchgeführt. Außerdem werden viele der Patienten vorübergehend stationär aufgenommen, um zu beobachten, ob sich Symptome einstellen. Eine einfache und genaue Testmöglichkeit wäre natürlich sinnvoll, um unnötige CT-Untersuchungen mit Strahlenbelastung und ebenso unnötige Spitalsaufenthalte einzusparen.

S100B als Indikator verwendbar

Das Kalzium-bindende Protein S100B im Blut könnte hier eventuell eine Alternative bieten. "S100B wird von Astrozyten im Gehirn in das Blut abgegeben, wenn es zu einer Verletzung des Gehirns kommt", teilte das Journal mit. Die Wissenschafter aus Wien entdeckten, dass bei Patienten nach Unfällen mit leichten Kopfverletzungen im Alter über 18 Jahren und Blutverdünnungs-Therapie per niedrig dosierter Acetylsalicylsäure oder Clopidogrel und bei über 65-Jährigen nach solchen Blessuren ein Schwellenwert von 0,105 Mikrogramm an S100B pro Liter Blut eine entsprechende Aussagekraft besitzt.

Bei 50 der 782 Patienten (6,4 Prozent) wurde per Computertomografie eine Schädelblutung diagnostiziert. Werte über 0,105 Mikrogramm im Blut deuteten auf das Vorliegen einer Blutung hin. Der Test identifizierte alle entsprechenden Patienten mit einer einzigen Ausnahme. Umgekehrt bedeuteten S100B-Konzentrationen unter diesem Wert mit 99,6-prozentiger Wahrscheinlichkeit den Ausschluss einer Gehirnblutung.

Erstautor Thaler: "Wir führten die Studie mit dem Ziel durch, die Arbeitsbelastung des medizinischen Personals, die Kosten und die Strahlenbelastung bei Management von Patienten mit leichten Kopfverletzungen zu reduzieren. Wir sind zuversichtlich, dass diese Untersuchung dabei für die Zukunft nützlich sein wird."

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