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Chikungunya-Impfstoff von Wiener Biotech-Unternehmen hoch wirksam

Bei der Vakzine handelt es sich um einen modifizierter Masern-Impfstoff, der im Körper zur Produktion von Antigenen des Chikungunya-Virus und in der Folge zu einer Abwehrreaktion führen soll. Das Chikungunya-Virus verursacht eine fiebrige Erkrankung, die tödlich enden kann und vor allem in Lateinamerika und in der Karibik auftritt. Bisher gibt es dagegen weder einen Impfstoff noch wirksame Medikamente.

In der Studie, die jetzt auch in gedruckter Form (Lancet Infectious Diseases) erschienen ist, wurde die Vakzine bei 42 gesunden Probanden in drei verschiedenen Dosierungen im Vergleich zu einem Masern-Mumps-Röteln-Impfstoff als Placebo untersucht. Nach 28 oder 90 Tagen erhielten die Testpersonen eine Auffrischungsimpfung. Nach der ersten Impfung wiesen 44 Prozent der Probanden, welche eine niedrige Dosis der Vakzine erhalten hatten, nach vier Wochen neutralisierende Antikörper gegen das Virus im Blut auf. In den Gruppen mit mittlerer und hoher Dosierung waren es 92 Prozent bzw. 90 Prozent. Die zweite Impfung führte bei allen Probanden zu einer entsprechenden Immunreaktion.

Einschleusen wie trojanisches Pferd

Die Entwicklung der Vakzine erfolgt von Wissenschaftern der MedUni unter der Leitung von Bernd Jilma, des Instituts Pasteur in Paris, des Walter Reed Army Institute of Research in den USA sowie der Wiener Biotechfirma Themis Bioscience GmbH. "Das modifizierte Masern-Virus wird wie ein trojanisches Pferd in den Menschen eingeschleust und produziert dort die entsprechenden Oberflächenpartikel des Chikungunya-Virus", erläuterte Jilma im März dieses Jahres, als die Studie Online erschien.

Das modifizierte Virus verstärkt auch die Immunität gegen die klassische Masern-Infektion. Bereits vorhandene Immunität gegen das Masernvirus behindert offenbar nicht die Immunreaktion gegen das Chikungunya-Virus. Das Prinzip der Vakzine ist offenbar auch ausbaufähig. "Wenn der Impfstoff entsprechend verändert ist, könnte er auch gegen Dengue-Fieber oder andere Viren wirksam sein", erklärte Jilma.

Größere Untersuchungen nötig

Die Chikungunya-Studie war aber noch klein. Für den Beweis der Wirksamkeit müssen größere Untersuchungen mit einer ausreichenden Zahl von Probanden durchgeführt werden - in Regionen, wo das Chikungunya-Fieber auftritt. In Österreich gab es im vergangenen Jahr 20 Fälle von Chikungunya-Fieber. In der Karibik, Zentral- und Südamerika sowie auf den pazifischen Inseln, aber auch in den USA, hat das Virus, das durch Stechmücken übertragen wird, spätestens seit dem Jahr 2013 eine Epidemie ausgelöst. Nach Angaben der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation OPS sind seither mehr als 1,2 Millionen Menschen in Lateinamerika an dem Virus erkrankt, wobei die Karibik-Region besonders betroffen ist.

Das Chikungunya-Fieber verursacht unter anderem Muskel- und starke Gelenkschmerzen, die Monate bestehen bleiben können, sowie hohes Fieber. Betroffene leiden außerdem oft an Übelkeit und Erbrechen. Bei Menschen mit einem gesunden Immunsystem verläuft die Erkrankung in der Regel ohne Komplikationen. Bei geschwächten Patienten kann sie tödlich enden. Menschen, die in betroffene Länder reisen, wird empfohlen, sich vor Mückenstichen zu schützen.

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