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Österreich.
Dynamischer Wirtschaftsstandort.

Puls-Schmerzpumpe soll Anästhesie bei Entbindung verbessern

"Eine Geburt tut weh. Wenn man Frauen mit einer Schmerzskala von Null bis Zehn nach der Intensität fragt, wird häufig die Zahl Zehn angegeben. In keinem anderen Bereich der Medizin wird eine derartige Schmerzintensität akzeptiert", sagte die Münchener Anästhesiologin Heidrun Lewald.

Während in der Eröffnungsperiode mit dem Aufgehen des Muttermundes vor allem krampfartige und sehr starken Regelbeschwerden entsprechende Schmerzen auftreten, spricht man beim eigentlichen Geburtsvorgang bereits von einer Intensität bis zum "Zerreißungsschmerz". Kulturell bedingt werden Schmerzen von Menschen sehr unterschiedlich verarbeitet. Das zeigt auch der Anteil der Gebärenden, die bei der Entbindung eine analgetische Therapie erhalten. Heidrun Lewald: "In Deutschland sind es 25 bis 30 Prozent, in Frankreich und den USA 60 bis 80 Prozent."

Drei übliche Verfahren bei Geburt

Stefan Jochberger, stellvertretender Bereichsoberarzt für Gynäkologie und Geburtshilfe der Innsbrucker Universitätsklinik für Anästhesie und Intensivmedizin, stellte die drei hauptsächlichen Verfahren zur Schmerzunterdrückung in der Geburtshilfe dar: Das älteste Mittel ist Lachgas, das sonst aus der Anästhesie praktisch verschwunden ist. Akut kann ein Herz-Kreislauf-Risiko auftreten. Prinzipiell gut steuerbar ist die Anästhesie auch mit dem extrem kurz wirkenden Opiat Remifentanil, das als Infusion gegeben wird. Allerdings kann es bei schweren Zwischenfällen zum Atem- und Kreislaufstillstand kommen. Jochberger: "Solche Horrorsituationen sind beschrieben worden."

"Goldener Standard" ist die sogenannte Periduralanästhesie, bei der an Wirbelsäule ein Katheter gesetzt wird, über den in den Raum vor der harten Rückenmarkshaut, welche das Rückenmark umgibt, eine Mischung aus einem Lokalanästhetikum und einem synthetischen Opiat (z.B. Fentanyl) eingebracht wird. "Bisher wurden kontinuierlich acht bis zwölf Milliliter Schmerzmittel pro Stunde verabreicht. Nun stellen wir auf eine Bolus-Gabe von zwei Mal fünf Milliliter pro Stunde mit einer Schmerzpumpe um", sagte der Anästhesiologe und Intensivmediziner.

Unter "Bolus" versteht man praktisch eine pulsartige Abgabe des Medikaments, in diesem Fall in zwei Dosen pro Stunde. Zusätzlich kann die Gebärende mit dem neuen tragbaren System bei nicht ausreichend empfundener Schmerzlinderung einen weiteren "Bolus" abrufen. Die Schmerzpumpe ist gegen Überdosierungen abgesichert.

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