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Biomasse statt Erdöl: TU Graz konzipiert neue Masterstudien

Biologische Ausgangsprodukte wie Holz oder stärkehaltige Pflanzen zählen zu den ältesten und vielseitigsten einsetzbaren Ressourcen, sagte Brigitte Hasewend von der TU Graz im Gespräch mit der APA. Sie kommen als Futtermittel oder Dämmstoffe zum Einsatz oder können u.a. als Biokunststoff sowie in der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie eine nachhaltige Alternative zur erdölbasierten Industrieproduktion bieten. Zudem kann die Biomasse in Energie in Form von Strom, Wärme und Kraftstoff umgewandelt werden.

Profis in den Bereichen Bioraffinerie-Technologie und Bioressourcen-Management seien derzeit jedoch rar, betonte die Geschäftsführerin des europaweiten Netzwerkes für nachhaltige Energieinnovation (eseia) an der TU Graz. Das in Graz gegründete und beheimatete eseia-Netzwerk konnte jüngst EU-Mittel in der Höhe von vier Millionen Euro an Land ziehen, um in puncto Aus- und Weiterbildung Abhilfe zu schaffen: Im Rahmen des Projektes "BioEnergyTrain" (BET) sollen zwei Masterstudien in den Bereichen "Biorefinery Engineering" und "Bioressource Value Chain Management" für die TU Graz und die Universität Twente in den Niederlanden konzipiert werden.

Überblick über gesamten Wertschöpfungskreislauf

"Ein Biorefinery Engineer beherrscht die wesentlichen Verfahrenstechniken für eine nachhaltige Verarbeitung nachwachsender Rohstoffe in Bioraffinerien. Ein Bioressource Value Chain Manager kann nachhaltige Geschäftsmodelle für eine stufenweise Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen entwickeln und überblickt den gesamten Wertschöpfungskreislauf", erläuterte Wolfgang Bauer vom Institut für Papier-, Zellstoff- und Fasertechnik der TU Graz die Berufsbilder. Er wurde mit der wissenschaftlichen Leitung der künftigen Masterstudien beauftragt.

Insgesamt sind 13 Wissenschafts- und Wirtschaftspartner aus Österreich, Deutschland, Rumänien, Portugal, Slowenien und Holland an der Umsetzung beteiligt. Sie sollen ihre Expertise in die stark praxisbezogenen Lehrveranstaltungen einbringen, wie Hasewend schilderte. In Österreich sind neben eseia und der TU Graz auch die Energie Agentur Steiermark und der Umwelttechnik-Cluster EcoWorld Styria und zwei oberösterreichische Unternehmen mit an Bord. Von der Gesamtprojektsumme fließen eineinhalb Millionen Euro nach Österreich, davon der Gutteil in die Steiermark, betonte Hasewend.

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