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Japan holt Brettsperrholz-Expertise aus Graz

Brettsperrholz - auch Cross Laminated Timber (CLT) genannt - ist ein vergleichsweise junges Baumaterial und wurde vor rund 25 Jahren entwickelt. Es besteht aus mehreren Lagen von kreuzweise verklebten Massivholzbrettern, die zu bis zu 16 Meter langen und drei Metern breiten Holzwänden verarbeitet werden können, wie Gerhard Schickhofer vom Institut für Holzbau und Holztechnologie der TU Graz im Gespräch mit der APA schilderte. Der Grazer Institutsleiter zählt weltweit zu den Pionieren in der Entwicklung des Materials und seines Einsatzes im Bau.

Wie mehrere Studien, u.a. auch aus Graz bereits gezeigt hätten, seien Gebäude aus BSP extrem erdbebensicher und zeichnen sich durch rasche Aufbauzeit aus, so Schickhofer. Dieser Sicherheitsaspekt könnte für den Hochbau in Japan große Vorteile bringen, vor allem da der Staat im Pazifik selbst zu rund 70 Prozent bewaldet ist. Laut Schickhofer hätten die japanische Forstbehörde und das Landwirtschaftsministerium im Vorjahr eine Roadmap präsentiert, nach der bis 2024 jährlich 500.000 Kubikmeter Brettsperrholz aus eigenen Waldressourcen produziert und vor allem für den Bau mittelhoher Gebäude eingesetzt werden sollen. Nun holt man sich Expertenwissen dazu auch aus der Steiermark.

Gemeinsame Forschungsprojekte geplant

Das Memorandum of Understanding wurde mit der japanischen Cross Laminated Timber Association abgeschlossen. Geplant seien laut Schickhofer vor allem Austauschprogramme für die Experten beider Institutionen und gemeinsame Forschungsprojekte sowie Seminare und Kurse für Architekten und Ingenieure beider Länder.

Mit einer Produktion von rund 700.000 Kubikmetern Brettsperrholz deckt Österreich zurzeit rund zwei Drittel der weltweiten Gesamtproduktionsmenge ab und zählt zu den weltweit größten BSP-Exporteuren. Zum Einsatz kommt vor allem Fichtenholz.

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