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MedUni Wien und AKH verzeichnen Erfolge mit Krebs-Immuntherapie

Neben den 2011 für die Immuntherapie zugelassenen Cytotoxic T-Lymphocyte Antigen 4-Blockern (CTLA-4) werden spezielle Formen der beiden Krebserkrankungen nun auch mit den erst kürzlich zugelassenen "Programmed Cell Death 1-Hemmern" (PD-1) behandelt. Während Krebserkrankungen über viele Jahre als Ansammlung bösartiger Zellen angesehen wurde, die sich über den Körper verteilen, werden sie nun als organartige Strukturen verstanden, die mit den umgebenden Zellen interagieren. "Therapeutisches Ziel ist es nun, das Immunsystem durch eine Blockade dieses Dialogs wieder gegen den Tumor zu mobilisieren", erklärte Zielinski.

System wird umgekehrt

Während es Tumorzellen bisher gelungen war, die körpereigene Immunabwehr zu unterdrücken, setzen die neuen Immuntherapien auf die Blockade eben dieser Hemmung mithilfe monoklonaler Antikörper, sogenannter Immun-Checkpoint-Inhibitoren wie etwa CTLA-4 oder PD-1. "Wir kehren das System zu einer Attacke der Immunzellen gegen die Tumorzellen um", verdeutlichte Zielinski.

Auch bei der bösartigsten Form des Hautkrebses, bei der bisher nur die Chemotherapie mit jedoch unzureichender Wirkung eingesetzt werden konnte, wurden erste Erfolge durch die Immuntherapie erzielt, berichtete Hubert Pehamberger, Leiter der Universitätsklinik für Dermatologie und Dermatoonklologie der MedUni Wien/AKH Wien. "Die mittlere Lebenserwartung lag beim metastasierten Melanom bei nur sechs Monaten. Mithilfe innovativer zielgerichteter Therapien kann die Lebenserwartung um ein Vielfaches verlängert werden", betonte er. Beim Hautkrebs kämen vor allem die PD1-Hemmer Nivolumab und Pembrolizumab zum Einsatz, zusätzlich wird die Behandlung meist durch Kinasehemmer wie etwa Vemurafenib ergänzt.

Effektivität auch bei anderen Tumorarten

Auch bei der häufigsten Form von Lungenkrebs, dem nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms, das nicht mehr auf eine Chemotherapie anspricht, wird der PD1-Hemmer Nivolumab eingesetzt. Bei Patienten im fortgeschrittenen Stadium könne das Gesamtüberleben laut Zielinski im Vergleich zur Standard-Chemotherapie von sechs auf 9,2 Jahre verlängert werden. "In ersten Studien konnten auch schon Hinweise auf die Effektivität der Immuntherapien bei anderen Tumorarten gewonnen werden", erklärte er und verwies unter anderem auf Nierenzell- und Prostatakarzinom, Leberkrebs sowie HNO-Tumore.

"Die Immuntherapie wirkt ganz anders, als die Chemotherapie und auch ihre Nebenwirkungen sind anders. Je nach Tumorform wird es aber nach wie vor Patienten geben, die eine Chemotherapie erhalten. Die Behandlung hängt ganz von der jeweiligen Beschaffenheit des Tumors ab", erklärte Gabriele Kornek, Präsidentin des Vereines "Leben mit Krebs" und Ärztliche Direktorin des AKH. In punkto Nebenwirkungen betonte Pehamberger, dass diese sofort behandelt werden müssten. "Die Substanzen greifen enorm in das Immunsystem ein. Sie sind kein Zuckerwasser und können daher zu schweren Nebenwirkungen führen. Anfang wurden sogar Todesfälle verzeichnet, wenn diese nicht behandelt wurden." Daher sei auch die Zusammenarbeit interdisziplinärer, medizinischer Institutionen grundlegend.

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