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Österreich.
Dynamischer Wirtschaftsstandort.

Europäischer Krebskongress ECC in Wien - 20.000 Spezialisten kommen

"Die Immuntherapie wird die Landschaft der Krebstherapie völlig verändern", stellte der lokale Organisator des kommenden Kongresses, der Wiener Onkologe Christoph Zielinski (Comprehensive Cancer Center MedUni Wien und AKH), dazu fest. Zielinski wird in Zukunft auch als Chefredakteur eines neuen open-access Online Journals der Europäischen Gesellschaft für Medizinische Onkologie (ESMO) "ESMO Open" fungieren. Dieses Journal soll sich auf die schnell Publikation innovativer klinischer Studien und Arbeiten zur Umsetzung von Grundlagenforschung in die Therapie von Patienten konzentrieren.

Bei dem Kongress in Wien geht es aber auch zum Teil gesundheitspolitisch relevante Studien, welche für Europa weiterhin große Unterschiede in der Qualität der Versorgung von Krebspatienten belegen. Dies trifft auf die Möglichkeiten zur Diagnose bösartiger Erkrankungen genauso zu wie auf den Zugang zu den modernen Therapien.

Anstieg der Krebserkrankungen prognostiziert

International wird in den kommenden Jahren durch das Wachstum der Weltbevölkerung und die demografische Entwicklung ein starkes Ansteigen der Zahl der Krebserkrankungen prognostiziert. Diese Veränderungen lassen sich in einer weltweiten Zahl von 20,3 Millionen neuen Krebserkrankungen im Jahr 2030 übersetzen, bei im Vergleich dazu 12,7 Millionen Fällen im Jahr 2008. Für das Jahr 2030 werden damit 13,2 Millionen Krebstote vorhergesagt, bei 7,6 Millionen Todesopfern im Jahr 2008.

Ohne Zweifel hat in den vergangenen Jahren die zielgerichtete Krebstherapie ("targeted therapy") auf der Basis der molekularbiologischen und genetischen Analyse von Tumoren die Behandlungsmöglichkeiten bei einigen bösartigen Erkrankungen deutlich verbessert. Aber der Effekt aller dieser Medikamente ist beschränkt. Darüber hinaus hält die Wirkung der Arzneimittel bei fortgeschrittenen Tumorerkrankungen nur relativ kurz an, weil sich Resistenzen bilden.

Zielinski sagte dazu: "Wir haben in den vergangenen Jahren zu verstehen begonnen, wie wir bei manchen Krebserkrankungen mit Medikamenten eingreifen können, die ganz speziell auf von der Molekularbiologie identifizierten Zielen ansetzen. Doch nicht immer funktioniert das. Wir wissen nicht immer, warum das so ist."

Körpereigenes Immunsystem als Waffe

Doch seit 2012/2013 sind die Onkologen weltweit dabei, eine neue Qualität in der medikamentösen Krebstherapie zu erreichen: Die sogenannte Immuntherapie, bei der es offenbar erstmals gelingt, das körpereigene Immunsystem zur ausreichenden Erkennung der bösartigen Zellen zu verhelfen und die darauf erfolgende Immunantwort zu nutzen. Bei den Arzneimitteln handelt es sich derzeit vor allem um monoklonale Antikörper gegen PD1-, PD-L1 und CTLA-4-Oberflächenmerkmale von Zellen, die im Umfeld des Tumors die Immunzellen vom Angriff auf die bösartigen Zellen abhalten.

Genau hier setzen die neuen Immuntherapeutika, monoklonale Antikörper, an. Sie verhindern durch das Besetzen von PD-1 oder PD-L1 das Abschaltsignal für die Attacke der Immunzellen. Zwei PD-1-Hemmstoffe sind zum Beispiel die Antikörper Nivolumab und Pembrolizumab. Sie werden bei Patienten mit Melanomen bereits eingesetzt und derzeit in klinischen Studien zur Behandlung von Nieren- und Lungenkrebs getestet.

Wurden schon mit den Medikamenten der "zielgerichteten Therapie" bessere Behandlungsergebnisse als mit Chemotherapie erzielt, wurden mit den Immuntherapeutika zum Teil sogar noch deutlich bessere Ergebnisse erzielt. Wissenschafter vom französischen Krebsforschungszentrum Gustave Roussy publizierten im Jänner 2015 eine Studie mit 418 Melanompatienten. Im Vergleich zu einer Behandlung mit dem Chemotherapeutikum Dacarbazine zeigte sich eine Steigerung der Ein-Jahres-Überlebensrate von 42,1 auf 72,9 Prozent, wenn man Nivolumab verwendete. Die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung erhöhte sich von 2,2 auf 5,1 Monate, die Ansprechrate von 13,9 auf 40 Prozent.

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