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Österreich.
Dynamischer Wirtschaftsstandort.

Pflanzen erzeugen Antikörper gegen HI-Virus

Breitband-Antikörper treten in seltenen Fällen spontan bei HIV-infizierten Personen auf. Mittlerweile werden diese Antikörper in tierischen Zellkulturen, dem herkömmlichen Produktions-Verfahren für solche Moleküle, hergestellt. Therapeutisch werden sie laut Herta Steinkellner vom Department für Angewandte Genetik und Zellbiologie der Universität für Bodenkultur (Boku) Wien allerdings noch nicht eingesetzt.

Proteinveränderungen müssen synthetisiert werden

Die Wissenschafter widmeten sich in ihrer Arbeit dem Breitband-Antikörper PG9. In der Tierkultur lässt sich das Protein selbst, der Hauptbestandteil des Antikörpers, "produzieren, allerdings werden Proteinveränderungen wie Zuckerreste und Sulfatgruppen nicht optimal synthetisiert. Diese Modifizierungen sind aber für die Wirksamkeit des Antikörpers essenziell", sagte Steinkellner, die das an der Boku angesiedelte Laura Bassi Exzellenzzentrum "PlantBioP" leitet, im Gespräch mit der APA.

Steinkellner und ihrem Kollegen Lukas Mach ist es nun gelungen, einen nahen Verwandten der Tabakpflanze, Nicotiana benthamiana, gentechnisch so zu verändern, dass die Pflanze maßgeschneidert Sulfatgruppen und Zuckerketten an den Antikörper anheftet. So produzierter PG9 war um ein Vielfaches aktiver als die aus der tierischen Zellkultur stammende Variante.

Mit dieser Strategie waren die Wiener Forscher bereits bei der Produktion von hochwirksamen Antikörpern gegen das Ebola-Virus erfolgreich. Sie haben das Produktionssystem für jenes Gemisch von monoklonalen Antikörpern entwickelt, das im Vorjahr erfolgreich bei mehreren erkrankten US-Staatsbürgern eingesetzt wurde. Seit März läuft ein Großversuch in einigen afrikanischen Staaten, erste Ergebnisse werden Ende des Jahres erwartet.

Überraschend präzise Durchführung

Die Wissenschafter waren überrascht, mit welcher Präzision diese Veränderungen am Antikörper, die sonst nur in menschlichen Zellen vorkommen, von den Pflanzen durchgeführt werden. Sie gehen davon aus, dass die nun gewonnenen Erkenntnisse über die Funktionsweise von PG9 dessen therapeutische Weiterentwicklung entscheidend beeinflussen wird.

Ob in diesem Falle die Antikörper-Produktion mittels Pflanzen jene in tierischen Zellen überholen wird, "kommt auf den gesellschaftlichen Druck an". Die Erfahrung mit Ebola habe gezeigt, dass "auf einmal ein enormer Druck und relativ viel Geld da war - und die Pflanze alle anderen Systeme überholt hat", so Steinkellner.

Service: http://dx.doi.org/10.1073/pnas.1509090112

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