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Hirntumor: Grazer Forscher entschlüsseln Entstehungsfaktoren

Gehirntumore gehören zu den eher seltenen Erkrankungen des Gehirns. Zu den häufigsten zählt das Glioblastom, an dem in Österreich jährlich an die 400 Menschen erkranken. Es ist ein sehr schnell wachsender Tumor, der im Hirngewebe selbst entsteht, schilderte Johannes Haybäck, Leiter der Abteilung für Neuropathologie am Institut für Pathologie der Med-Uni Graz auf Nachfrage der APA. Zwar lasse sich der Tumor oft fast vollständig entfernen, doch verbleiben fast immer einige bösartige Tumorzellen im Patienten, aus denen sich trotz Bestrahlung oder Chemotherapie wieder neue Wucherungen bilden können und innerhalb weniger Monate zum Tod führen.

Neue Angriffspunkte gesucht

Die Theorie-Revolution steht beim Glioblastom noch aus: "Innerhalb der vergangenen 20 Jahre hat all die Forschung zu einen Patientenbenefit von lediglich zwei Monaten geführt", betonte Haybäck. Er sucht daher an der Med-Uni Graz nach neuen erfolgsversprechenden Angriffspunkten für zielgerichtete Medikamente. Seine rund 20 Mitarbeiter umfassende Forschungsgruppe hat mittlerweile molekulare Hinweise gefunden, dass die sogenannten "eukaryotischen Translations-Initiationsfaktoren (eIF)" an der Entstehung dieser aggressiven Tumorform beteiligt sind.

Die eIF sind eine Gruppe von Eiweißstoffen, die als Hilfsfaktoren zur Initiation der Translation erforderlich sind. Bei diesem Prozess in der menschlichen Zelle wird die genetische Information der bereits abgelesenen DNA (mRNA) in Proteine übersetzt. Eukaryoten - also alle Lebewesen inklusive der Menschen, deren Zellen einen Zellkern besitzen - benötigen eine große Zahl solcher Faktoren. "In der eIF-Gruppe gibt es 32 Untereinheiten, die ineinandergreifen, damit die erste Phase der Translation gestartet werden kann", erklärte der Grazer Forscher.

Über die vorhandene Menge der Initiationsfaktoren wird die Translation - und damit der eigentliche Prozess der Synthese von Proteinen aus ihren Bausteinen - reguliert. "Eine Deregulation dieses Vorgangs kann zu abnormer Genexpression und folglich zu unkontrolliertem Zellwachstum führen", so der Leiter der Gründungskoordinator des Grazer Comprehensive Cancer Center an der Med-Uni Graz.

Wesentliche Moleküle aufgeklärt

Aufgrund von Analysen von humanem Tumorgewebe, Zellkulturexperimenten und modernsten molekularpathologischen Untersuchungen gelang es dem Grazer Forschungsteam, wesentliche Moleküle und deren funktionelle Einbettung in der Tumorentwicklung aufzuklären. "Wir haben im Labor Glioblastom-Tumorzellen mit unterschiedlichen Medikamenten behandelt und dabei erkannt, dass bestimmte Faktoren danach ganz stark dereguliert werden, das heißt extrem rasch ansteigen oder in der Zahl runtergehen", sagte Haybäck. "Einige haben tumorsuppressive Eigenschaften, andere können aber zur Entstehung von Tumoren beitragen", erklärte der Forscher.

"Wenn wir endgültig wissen, wie die einzelnen Faktoren ineinandergreifen und wir Faktoren finden, die zentral wichtig sind, dann könnten aufgrund dieser Zielstrukturen maßgeschneiderte Wirksubstanzen entwickelt werden", schilderte Haybäck sein Forschungsziel. Für seine jüngste Präsentation der Ergebnisse am European Congress of Pathology brachten dem Grazer Tumorforscher den ersten Preis für die beste wissenschaftliche Arbeit ein.

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