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Österreich.
Dynamischer Wirtschaftsstandort.

Vier Wiener Molekularbiologen erhalten hochdotierte EU-Förderpreise

Die "Advanced Investigator Grants" stellen seit 2007 gewissermaßen das "Flaggschiff-Programm" des ERC dar, mit dem die EU Grundlagenforschung fördert. Damit sollen anspruchsvolle und risikoreiche Forschungsprojekte unter der Leitung von etablierten Wissenschaftern langfristig unterstützt werden. Mit "Starting- und Consolidator-Grants" hingegen fördert der ERC Nachwuchswissenschafter.

Knoblich mit zweitem "Advanced Grant"

Für den stellvertretenden Direktor am Institut für Molekulare Biotechnologie (IMBA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW), Jürgen Knoblich, ist es nach 2009 bereits der zweite "Advanced Grant". Seinem Team ist es 2013 gelungen, aus verschiedenen Arten menschlicher Stammzellen die frühen Entwicklungsstadien des menschlichen Gehirns in einem dreidimensionalen Organkultur-Modell nachzubilden. Solche Mini-Hirne bieten als Organkultur die Möglichkeit, die neuronale Entwicklung in der frühen Entwicklungsphase des Gehirns zu studieren. Ihr Potenzial für die Erforschung von Krankheiten und Entwicklung von Medikamenten will Knoblich nun ausloten. Erst im vergangenen Herbst war Knoblich bereits in der ERC-Förderschiene "Proof of Concept" erfolgreich (Fördersumme: 150.000 Euro).

Wie Knoblich erhält nach 2009 nun auch der wissenschaftliche Direktor des Forschungszentrum für Molekulare Medizin (CeMM) der ÖAW, Giulio Superti-Furga, seinen zweiten "Advanced Grant". In dem Forschungsprojekt mit dem Arbeitstitel "Game of Gates" sollen die Spielregeln entschlüsselt werden, nach denen Zellen ihre Eingangspforten öffnen oder schließen und damit das Eindringen von Stoffen erlauben oder verhindern. Die Studienergebnisse könnten "ganz wesentlich zu einem grundlegend neuen Verständnis der Zellphysiologie beitragen und damit den Weg für die Entwicklung neuer zielgerichteter Therapien menschlicher Erkrankungen bereiten", zeigte sich der Professor an der Medizinischen Universität Wien überzeugt.

Doppelter Erfolg für das IMP

Über gleich zwei "Advanced Grants" freut man sich am Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie (IMP): Dessen wissenschaftlicher Direktor, Jan-Michael Peters, widmet sich mit seinem Team der Erforschung der Zellteilung. In Rahmen des nun geförderten Vorhabens wird er sich auf die Rolle des am IMP entdeckten Moleküls Kohesin beim korrekten Timing der Zellteilung konzentrieren. Die Forscher erwarten sich wichtige Aufschlüsse über Krankheitsursachen, die auf Kohesin-Fehlfunktionen zurückgehen.

Auch der IMP-Strukturbiologe Tim Clausen setzt sich mit Störungen in Zellen auseinander. Er untersucht, wie Bakterien mit fehlerhaft gefalteten Proteinen umgehen, die als toxische Ablagerungen eine entscheidende Rolle bei neuro-degenerativen Krankheiten spielen. Clausens Team will im Rahmen des ERC-Projekts mehr darüber herausfinden, wie zelluläre Qualitätskontrolle funktioniert.

Service: http://www.imp.ac.at; http://de.imba.oeaw.ac.at; http://www.cemm.oeaw.ac.at

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