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Österreichischer Biochemiker für Europäischen Erfinderpreis nominiert

Van den Boogart und Hayden © Europäisches Patentamt

Seit 2006 zeichnet das EPA jährlich herausragende Erfinder in den Kategorien Industrie, Forschung, kleine und mittlere Unternehmen (KMU), Nicht-EPA-Staaten sowie Lebenswerk aus. So sollen Erfinder bzw. Teams von Entwicklern gewürdigt werden, deren Arbeiten besonders zum gesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Fortschritt beigetragen haben.

In ihrer Arbeit bei Siemens Healthineers setzten Hayden und Van den Boogaart nicht auf den zeit- und kostenintensiven Nachweis des Malariaerregers selbst, sondern verfolgten einen anderen Ansatz: die Identifikation von spezifischen, von der Krankheit hervorgerufenen Veränderungen im Blutbild von Patienten. So vermindert sich bei Malariapatienten beispielsweise die Zahl der Blutplättchen (Thrombozyten).

Das alleine würde für eine Diagnose nicht ausreichen. Durch die Kombination von 30 verschiedenen Werten konnten die Entwickler aber eine Art Daten-Fingerabdruck der Malaria erstellen, der es erlaubt, die Krankheit mit einer Sicherheit von 97 Prozent zu diagnostizieren.

Die bei der Siemens-Medizintechniksparte in Wien entwickelte automatisierte Methode ermöglicht Untersuchungen mit hohem Durchsatz und geringeren Kosten als bisher. Mittlerweile versuchen die beiden Forscher, die Methode einer Diagnose mittels Daten-Fingerabdrucks auch auf andere Erkrankungen wie Leukämie auszudehnen.

Der Europäische Erfinderpreis 2017 wird am 15. Juni in Venedig vergeben.

 

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